Meyer Werft verlegt Zentrale nach Luxemburg - Protest von Gewerkschaften und Beschäftigten

Meyer Werft verlegt Zentrale nach Luxemburg - Protest von Gewerkschaften und Beschäftigten

Die seit Juni im Raum stehende Verlegung des Mutterkonzerns von Papenburger Meyer Werft und Rostocker Neptun Werft nach Luxemburg ist nach Informationen der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ beschlossene Sache.

Gespräche zwischen der Werft, niedersächsischer Landesregierung und Arbeitnehmervertretern seien ergebnislos beendet worden, berichtet die Zeitung (Mittwoch). "Die sind dabei geblieben. Der Fall ist durch", wird eine mit den Gesprächen vertraute Person zitiert. Ende Juni war bekanntgeworden, dass der Sitz des Mutterkonzerns von Rostock nach Luxemburg verlegt werden soll.

Betriebsrat, IG Metall und Landesregierung hatten dagegen protestiert. Vereinbart worden war, bis September eine Lösung zu finden. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Hannover wollte sich zunächst nicht zu dem "NOZ"-Bericht äußern, für Mittwoch kündigte er aber eine Pressemitteilung des Ministeriums an.

Meyer hatte den Umzug damit begründet, die nach deutschem Recht anstehende Gründung eines Aufsichtsrates umgehen zu wollen. Ein großer Vorteil des Unternehmens sei es bislang gewesen, schnell und flexibel entscheiden zu können. "Dieses lässt ein Aufsichtsrat nicht zu", hatte die Werft argumentiert. Zudem solle in Luxemburg ein Büro für den zentralen Einkauf für alle drei Werften eingerichtet werden.

Die Werft in Papenburg ist mit 3300 Beschäftigten einer der wichtigsten Arbeitgeber im Emsland und Ostfriesland. Laut IHK Ostfriesland-Papenburg in Emden sichert die Werft in den Landkreisen Emsland und Leer mehr als 6000 Arbeitsplätze, auf der Werft direkt und bei Zulieferern.

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