Neue Ausrichtung nötig

Neue Ausrichtung nötig

In Luxemburg hat die Regierung die Trennung von Staat und Kirche vorangetrieben. Die katholische Kirche in Luxemburg bereitet sich auf finanzielle und organisatorische Veränderungen vor.

Luxemburg. Der Aufbau von Strukturen der Pfarrkatechese, die den Wegfall des Religionsunterrichts an den staatlichen Schulen ausgleichen sollen, schreite voran, sagte der Generalvikar des Erzbistums Luxemburg, Leo Wagener, am Donnerstag bei der Vorstellung des Jahresberichts 2015. Die konkreten Rahmenbedingungen des künftigen Verhältnisses von Staat und Kirche würden derzeit verhandelt.
Im Januar 2015 hatten sich die Luxemburger Regierung und die Religionsgemeinschaften des Landes auf mehrere Abkommen geeinigt, nach denen das Staat-Kirche-Verhältnis neu geregelt wurde. Religions- und Ethikunterricht werden im kommenden Schuljahr durch das neue Fach "Leben und Gesellschaft" ersetzt. Zudem sollen die Kultusgemeinschaften weniger finanzielle Unterstützung vom Staat erhalten. In dem traditionell katholischen Großherzogtum bekennen sich heute noch rund 40 Prozent der Bevölkerung zur katholischen Kirche.
Schwierig gestalten sich laut Wagener noch die Verhandlungen über die künftigen Besitzverhältnisse und die Finanzierung von Kirchen, Kapellen und anderen Pfarrimmobilien. "Für mich ist der Ausgang offen", so der Generalvikar. Die Gebäude werden derzeit von rund 300 sogenannten Kirchenfabriken verwaltet. Gegen das Vorhaben, diese in einem Fonds zusammenzuführen, gibt es Widerstände der gemeinsamen Verwaltung der Kirchenfabriken.
Das Erzbistum schloss das Haushaltsjahr 2015 laut Geschäftsbericht positiv ab. Einem Überschuss von 5,29 Millionen Euro stehen Verbindlichkeiten von 38,8 Millionen Euro gegenüber. Die Bilanzsumme von 154,7 Millionen Euro besteht zu 99,2 Millionen Euro aus Eigenmitteln. Der Generalökonom Marc Wagener rechnet jedoch mit Einschnitten in den nächsten beiden Jahren, wenn im Sommer wie geplant das Gesetz zur Besoldung der Kultusdiener verabschiedet werde. "Ab Inkrafttreten werden Neueinstellungen erhebliche Zusatzkosten verursachen. Deshalb haben wir einen Zukunftsfonds eingerichtet", so Wagener. KNA