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Notwehr oder Mord in Esch: Trainer nach Tod eines Messerstechers festgenommen

Messerattacke: Tödlicher Vorfall bei Jugendtraining in Esch : Notwehr, Totschlag oder Mord - Staatsanwalt ermittelt gegen Jugendtrainer

Was steckt hinter dem tödlichen Vorfall in Esch/Alzette? Dort war am Freitag ein 25-jähriger Mann mit zwei Messern beim Jugendtraining auf einen Fußballplatz in Esch/Alzette gelaufen. Er wurde überwältigt und starb am nächsten Tag. Warum die Staatsanwaltschaft nun einem Trainer sogar Mord vorwirft.

Zum Hintergrund: Am Freitag fand das Training einer Jugendmannschaft in Esch/Alzette statt. Dabei soll der 25-Jährige, so die Staatswaltschaft, am Freitagabend mehrere Spieler und Trainer auf einem Fußballplatz verbal angegriffen und versucht haben, sie körperlich anzugreifen.

Die Messerattacke wurde gestoppt, so stand es in der ersten Pressemitteilung. Mehreren Personen gelang es, den 25-jährigen Mann zu überwältigen. Der Angreifer sei dabei „so schwer am Bein und am Kopf verletzt worden, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste“.

Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft neue Informationen zu dem Fall veröffentlicht. Allerdings, und dies ist wichtig: Die Ermittlungen laufen und viele Fragen müssen noch geklärt werden.

Doch eines macht die neueste Mitteilung deutlich: Es ist mittlerweile fraglich, ob das Vorgehen der Menschen, die den 25-Jährigen überwältigt haben, noch als Notwehr gilt. Zumindest derzeit schätzt die Staatsanwaltschaft dies anders ein. Sie gab bekannt, dass sie gegen einen 22-Jährigen sogar wegen Mordes ermittelt. Dieser sei bereits festgenommen und am Samstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt worden. Nach der Vernehmung wurde er zur Untersuchungshaft im Gefängnis in Sanem untergebracht.

Aber wie kommt es zu dieser Wende? Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass vom 25-Jährigen „keine Gefahr mehr ausging“, nachdem er überwältigt worden war. Was ebenfalls dafür spräche: Der Mann soll die beiden Messer schon davor weggeworfen haben.

Warum einem Trainer Mord vorgeworfen wird

Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen soll der 22-Jährige, der den Angreifer mit überwältigte, nach einem der Messer gegriffen und damit zugestochen haben. Zudem soll er den 25-Jährigen mit einem Stein geschlagen haben.

So ist die Frage, wer Opfer und wer Täter ist und war, nicht mehr eindeutig. Fest steht: Der 25-Jährige wurde schwer verletzt und starb trotz einer Notoperation am Samstag.

Was hinter der Attacke steckt, ist noch vollkommen unklar. Laut Tageblatt in Luxemburg berichteten Augenzeugen, der 25-Jährige sei nicht aus dem Umfeld des Vereins. Den Angaben zufolge hatte die Auseinandersetzung bereits früher begonnen. Der Mann sei dann später mit den beiden Messern wieder zum Platz zurückgekehrt. Er habe Kinder und Trainer bedroht.

26 Nachwuchsspieler sollen am Training teilgenommen haben. Als der 25-Jährige mit Messern bewaffnet kurz vor 18 Uhr wieder auf dem Spielfeld aufgetaucht war, seien die Kinder eiligst in die Kabinen geschickt worden. Ihnen sei am Sonntag vom CGDIS ein psychologischer Hilfsdienst angeboten worden.

Der 22-Jährige, der nun im Gefängnis sitzt, soll ein Trainer des Vereins sein. Auch gegen weitere Beteiligte soll ermittelt werden. Ihnen werden Mordversuch, schwere Körperverletzung und unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen.