Redewendungen mit dem Luxemburgischen Wort für Katze.

Lexikon : Elo bas d‘e Vull fir d‘Kaz

Rund um das luxemburgische Wort für Katze, nämlich Kaz, gibt es zahlreiche Redewendungen. Etwa:

Dee mécht ewéi d‘Kazen, déi vir lecken an hanne krazen.

Wörtlich: Es ist wie die Katzen, die vorne lecken und nach hinten kratzen.

Übertragen: Er tut nur freundlich uns gegenüber, schadet uns jedoch heimlich.

Kaz an Hond verdréit sech nët.

Katzen und Hunde vertragen sich nicht.

Daher beim Menschen: Si verdroë sech wéi Kaz an Hond

Wörtlich: Sie vertragen sich wie Katz und Hund.

Übertragen: Sie zanken immer.

 Vullen, déi fréi sangen, hëlt d‘Kaz.

Wörtlich: Vögel, die zu früh singen, fängt die Katze.

Übertragen: Wer sich zu früh freut, wird am Tag noch schlechter Laune sein.

Elo bas d‘e Vull fir d‘Kaz.

Wörtlich: Jetzt bist du der Vogel für die Katze.

Übertragen: Jetzt bist du verloren.

D‘späert ee keng Kaz bei de Speck.

Wörtlich: Man sperrt keine Katze zum Speck.

Übertragen: Man soll das Schicksal nicht herausfordern./Man soll kein Risiko eingehen.

Umgekehrt: Du hat en d‘Kaz bei de Speck gespaart.

Wörtlich: Da hat er die Katze zum Speck gesperrt.

Übertragen: Er hat das Unheil heraufbeschworen.

E séngt ewéi d‘Kaz am Fréijoer.

Wörtlich: Er singt wie die Katze im Frühjahr.

Übertragen: Er singt schlecht.

Du wäschs dech wéi d‘Kazen.

Wörtlich: Du wäschst dich wie Katzen.

Übertragen: Du wäschst dich nur oberflächlich, nur bis zu den Ohren.

Auch wenn man gewisse Eigenschaften von Menschen beschreiben möchte, nimmt man Eigenschaften von Katzen zu Hilfe:

Et hat gereent, hie war esou naass, ewéi eng Kaz.

Wörtlich: Er hat nach dem Regen ausgesehen wie eine nasse Katze.

Übertragen für eng beseechte Kaz: Er sieht schlecht/krank aus.

E gesäit ewéi d‘Kazen an der Nuecht.

Wörtlich: Er sieht wie Katzen in der Nacht.

Übertragen: Er hat sehr gute Augen.

D‘Kaz schëtt d‘Hoër.

Die Katze verliert Haare (beim Übergang zu den verschiedenen Jahreszeiten).

Analog: Elo gin der Kaz d‘Hoer aus.

Wörtlich: Jetzt gehen der Katze die Haare aus.

Übertragen: Jetzt wird die Sache unangenehm. Jetzt kommt das bittere Ende. Beim Spiel: Jetzt hast du verloren.

Sabine Schwadorf

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