1. Region
  2. Luxemburg

RKI stuft Luxemburg nicht mehr als Risikogebiet ein - Einreisebeschränkungen für Portugal und Russland

Pandemie : Luxemburg ab Sonntag kein Risikogebiet mehr - Drastische Einreisebeschränkungen für Portugal und Russland

Luxemburg gilt ab Sonntag nicht mehr als Risikogebiet. Es wurde von der Liste des Robert Koch-Instituts gestrichen. Derweil sorgt die Delta-Variante des Coronavirus für massive Beunruhigung in Europa. Mit drastischen Einreisebeschränkungen für zwei weitere Länder versucht die Bundesregierung nun gegenzusteuern.

Ab Sonntag ist Luxemburg kein Corona-Risikogebiet mehr. Das Robert Koch-Institut hat das Land von der Liste der Länder gestrichen, in denen aus Sicht der Bundesregierung ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht.

Die Entscheidung war erwartet worden. Nachdem auch in Luxemburg die Corona-Zahlen in den vergangenen Wochen deutlich nach unten gegangen sind, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Bundesregierung das Nachbarland nicht mehr als Risikogebiet einstuft. Auf der am Freitagabend veröffentlichten Liste des Robert Koch-Instituts (RKI) wird Luxemburg nicht mehr als Land eingestuft, in dem ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht. Volksfreund.de hatte darüber bereits am Donnerstag berichtet.

Ab Sonntag ist Luxemburg offiziell kein Risikogebiet mehr. Damit entfallen Einreisebeschränkungen. Wer aus dem Nachbarland nach Deutschland kommt, kann sich uneingeschränkt hier aufhalten. Bislang war der Aufenthalt auf 24 Stunden beschränkt, danach war ein negativer Coronatest notwendig. Deutsche brauchen ab Sonntag ebenfalls keinen Test mehr, wenn sie sich länger in Luxemburg aufgehalten. Für Rheinland-Pfälzer war die Frist bis zu 72 Stunden. 

Die Corona-Lage in Luxemburg hat sich deutlich entspannt. Die Inzidenz sank vergangene Woche auf 14. Es wurden in einer Woche 90 weitere Corona-Positive gemeldet. In der zweiten Woche hintereinander gab es keine weiteren Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion. Laut luxemburgischer Gesundheitsbehörde war das seit Ende September nicht mehr der Fall. 

 Wegen der starken Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus schränkt die Bundesregierung die Einreise aus Portugal und Russland massiv ein.

Das Robert Koch-Institut teilte am Freitag mit, dass die beiden Länder am Dienstag als Virusvariantengebiete eingestuft werden, was ein weitreichendes Beförderungsverbot und strikte Quarantäneregeln für Einreisende zur Folge hat. Gleichzeitig werden mit den Niederlanden, Dänemark und Luxemburg schon am Sonntag die letzten drei Nachbarländer Deutschlands von der Liste der Risikogebiete gestrichen. Wer von dort auf dem Landweg einreist, muss künftig keinerlei Beschränkungen mehr beachten. Nur Flugpassagiere müssen noch einen negativen Test vorweisen.

Merkel warnt vor vierter Welle

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Freitag kurz vor den neuen Einstufungen vor einer vierten Corona-Welle auch in Deutschland gewarnt. Beim EU-Gipfel in Brüssel setzte sie sich für ein gemeinsames Vorgehen der Europäischen Union bei den Reisebeschränkungen ein. Deutschland hat bisher 14 Länder als Virusvariantengebiete eingestuft, darunter mit Großbritannien auch ein Land in Europa. Portugal und Russland sind nun Nummer 15 und 16.

Die zuständigen Ministerien hatten am Freitag lange um die Entscheidung gerungen. Sie falle nicht leicht, da gerade in Portugal viele Urlauber betroffen seien, hieß es anschließend aus der Bundesregierung. „Aber wir müssen die immer stärkere Verbreitung der Delta-Variante so lange als möglich verlangsamen. Das geht vor.“

Die Einstufung als Virusvariantengebiet zieht ein weitgehendes Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bus- und Bahnunternehmen nach sich. Sie dürfen nur noch deutsche Staatsbürger und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland über die Grenze bringen. Für diejenigen, die einreisen dürfen, gilt eine strikte 14-tägige Quarantänepflicht, die nicht durch einen Test verkürzt werden kann und auch für vollständig Geimpfte und Genesene gilt.

Mit Portugal wird erstmals seit Wochen wieder ein EU-Land in die höchste Risikokategorie eingestuft. Die Entscheidung dürfte auch zahlreiche deutsche Touristen treffen, die entweder jetzt schon in Portugal im Urlaub sind, oder eine Reise dorthin geplant haben. Die besonders beliebte Küstenregion Algarve ist derzeit noch nicht einmal in die niedrigste Risikokategorie eingestuft.

Mit 1604 neuen Corona-Ansteckungen binnen 24 Stunden wurde in Portugal am Freitag nach Angaben des Gesundheitsministeriums der höchste Wert seit Februar registriert. Die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in 14 Tagen (14-Tage-Inzidenz) stieg auf 137,5, wie die Zeitung „Público“ berichtete. Am Vortag hatte sie noch 128,6 betragen. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist das der höchste Wert aller 30 erfassten Länder. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt der Wert 25. Die für Montag vorgesehene Lockerung der Corona-Einschränkungen wurde für weite Teile des Landes ausgesetzt. In Lissabon macht die Delta-Variante bereits mehr als 70 Prozent aller Fälle aus.

90 Prozent Delta-Anteil in Moskau

Auch in Russland hat sich die Corona-Lage in den vergangenen Wochen dramatisch verschärft. Betroffen ist vor allem Europas größte Metropole Moskau mit schätzungsweise zwölf Millionen Einwohnern. Am Freitag meldeten die Behörden dort 7900 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Landesweit gab es demnach 20.300 Neuinfektionen.
601 Menschen starben binnen eines Tages mit dem Virus - so viele wie seit Ende vergangenen Jahres nicht mehr. In vielen Regionen gelten deshalb neue Einschränkungen, um die Lage in den Griff zu bekommen.

In der Hauptstadt Moskau waren nach Angaben von Bürgermeister Sergej Sobjanin vor einer Woche schon fast 90 Prozent der Infektionen auf die Delta-Variante zurückzuführen. Für ganz Russland gibt es keine offizielle Angabe. Einige Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass der Wert ähnlich hoch sein dürfte. In 18 von 85 Regionen ordneten die Behörden eine Impfpflicht für Angestellte zahlreicher Unternehmen an.

Das Deutsch-Russische Forum bedauerte die Einstufung als Virusvariantengebiet - gerade mit Blick auf eine Städtepartnerschaftskonferenz, die nächste Woche in Kaluga - rund 190 Kilometer von Moskau entfernt - stattfinden soll. „Die Deutsch-Russische Städtepartnerkonferenz sollte ein Zeichen der friedlichen Partnerschaft und Freundschaft unserer Länder setzen“, hieß es in einer Erklärung.

Für viele andere europäische Länder werden die Reisebeschränkungen weiter gelockert. Neben den Nachbarländern Niederlande, Dänemark und Luxemburg sind auch Lettland und Slowenien sowie einzelne Regionen in Schweden und Kroatien ab Sonntag keine Risikogebiete mehr. In der EU wird es damit abgesehen von Portugal kein Land mehr geben, das komplett in eine Risikokategorie eingestuft ist. Es stehen sonst nur noch einzelne Regionen in Irland, Kroatien, Schweden und Spanien auf der Liste der Risikogebiete. Hinzu kommen einzelne Überseegebiete Frankreichs. Die zum Königreich Niederlande gehörenden autonomen Karibikinseln Aruba und Sint Marteen werden ebenfalls noch in diese Kategorie eingeordnet.

Zu Risikogebieten erklärt die Bundesregierung Länder und Regionen, in denen die 7-Tage-Inzidenz 50 übersteigt. Ab Sonntag gehören dazu auch das zentralafrikanische Ruanda und der Südseestaat Fidschi. Weltweit gibt es damit ab Sonntag noch rund 80 Länder, die in diese Kategorie fallen. Außerhalb Europas gibt es zudem 24 Hochinzidenzgebiete mit einem Inzidenzwert über 200. Für diese Länder gilt eine zehntägige Quarantänepflicht bei Einreise, die allerdings mit einem negativen Test nach fünf Tagen verkürzt werden kann. Für Genesene und vollständig Geimpfte gilt sie gar nicht.