Schobermesse in Luxemburg Pannenserie bei Achterbahn Wilde Maus – Arbeiter begeben sich in große Gefahr

Eine Schobermesse-Achterbahn sorgt derzeit in Luxemburg für reichlich Gesprächsstoff: Drei Pannen innerhalb kürzester Zeit und auch der Einsatz der Mitarbeiter werfen Fragen auf.

Die „Wilde Maus“ hat seit Jahren ihren Platz auf der Schobermesse.

Die „Wilde Maus“ hat seit Jahren ihren Platz auf der Schobermesse.

Foto: Editpress/Julien Garroy

Dass es auf der „Fouer“ gelegentlich zu Pannen kommt, dürfte eigentlich niemanden mehr überraschen. RTL berichtete davon, dass es allein diese Saison drei Zwischenfälle bei der „Wilden Maus“ gab – zwei davon an nur einem Tag. Glücklicherweise wurde niemand dabei verletzt. Der Achterbahnbetreiber konnte die technischen Probleme auch ohne Eingreifen des CGDIS selbst lösen.

Kurzschluss im Achterbahnmotor

Bei dem ersten Vorfall am vergangenen Freitag (1. September) kam es zu einem Kurzschluss des Achterbahnmotors, berichtet der Sender. Nach rund zweieinhalb Stunden konnte das Problem behoben werden. Am Abend des gleichen Tages fiel während der Fahrt die Jacke eines Passagiers auf die Schienen. Die Räder eines anderen Wagens verfingen sich darin und er blieb stecken. Nach rund 30 Minuten konnte die „Wilde Maus“ wieder in Betrieb genommen werden.

In beiden Fällen mussten Mitarbeiter die Wagen wieder selbst freigeben. Zeugenvideos zeigen allerdings, dass diese Mitarbeiter, ohne sich selbst abzusichern – beispielsweise anhand eines Gurts – auf die Gleise geklettert sind, um das Fahrgeschäft wieder instand zu setzen. Ganz ungefährlich war das allerdings nicht, denn die Arbeiten wurden in einer Höhe von mehreren Metern durchgeführt.

„Fouer“-Meister Laurent Schwaller meinte gegenüber dem Sender, dass LuxControl vor dem Auftakt der Schobermesse alle Fahrgeschäfte kontrolliere. Der anschließende Unterhalt obliege jedoch den Schaustellern. RTL schreibt weiter, dass das Gewerbe- und Grubenaufsichtsamt („Inspection du travail et des mines“ – ITM) sich nicht zu den Vorfällen äußerte, da deren Presseabteilung in Urlaub sei.

Verstoß gegen Arbeitssicherheit

Am Mittwoch reagierte die ITM mit einem Presseschreiben auf den Artikel des Senders: „Das Video“ zeige, dass eine Person auf das Fahrgeschäft steigt und dabei einen Gurt trägt. Dieser sei jedoch nicht an einem Ankerpunkt befestigt gewesen, was einen Verstoß gegen die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz darstelle. Die ITM habe weder vom Betreiber noch von einer vor Ort anwesenden Person einen Anruf bezüglich der Vorfälle auf der „Wilden Maus“ erhalten. Sie habe erst aus der Presse davon erfahren. Die ITM könne sich allerdings nur an Ort und Stelle begeben, wenn sie tatsächlich auch alarmiert wird.

„Die Sicherheit der Fahrgeschäfte innerhalb der ‚Schueberfouer‘ fällt hingegen nicht in den Zuständigkeitsbereich der ITM“, heißt es in dem Schreiben. Die ITM sei ausschließlich „für die Arbeitsbedingungen und die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz“ zuständig. Die Sicherheit der Fahrgeschäfte falle hingegen in den Zuständigkeitsbereich des beziehungsweise der Bürgermeisterin.

Der Achterbahnbetreiber sei inzwischen daran erinnert worden, dass seine Arbeitnehmer die geltenden Sicherheitsbestimmungen zu jeder Zeit einzuhalten haben. Die ITM reagiert außerdem auf die Äußerung bezüglich des Urlaubs ihres Pressebeauftragten: Der Urlaub einer Person schließe nicht aus, dass die ITM „rund um die Uhr kontaktiert werden kann“, insbesondere für die Meldung eines Arbeitsunfalls oder eines Vorfalls, bei dem Arbeitnehmer Berufsrisiken ausgesetzt seien. (WiR)

Der Artikel erschien zuerst bei Tageblatt.lu.

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