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Schwimmen beim eLake-Festival? - Echternacher See wird attraktives Erholungsgebiet

Kostenpflichtiger Inhalt: Luxemburg : Schwimmen beim eLake-Festival? - Echternacher See wird attraktives Erholungsgebiet

Im luxemburgischen Echternach tut sich viel: Bahnhof, Park und Wohnungsbau - doch die spannendste Nachricht für das deutsche Umland ist vielleicht die: Die Umgestaltung des Echternacher Sees nebst Bademöglicheiten.

Echternach sieht sich als Stadt in Bewegung. In der Stadtentwicklung sollen neue Akzente gesetzt werden. Es geht um Wachstum, Wohnraum und Naherholung. Getragen von Tourismus, Kultur und Handel blickt man im Abteistädtchen nach vorne. Willibrord und seine jahrhundertealte Schreibstube werden dabei keinesfalls vergessen.

Donnerstagmorgen. Bei strömendem Regen wirken die Häuser auf dem Echternacher Marktplatz fast noch attraktiver als bei Sonnenschein. Dabei möchte die Abteistadt im Osten des Landes bei jeder Wetterlage eine gute Figur machen.

Für Touristen aus dem In- und Ausland sowie für Naherholungssuchende aus Echternach und der Region stellt sich die Stadt neu auf. Mit der Umgestaltung des Eingangsbereiches und des Uferraums sowie der Schaffung von Bademöglichkeiten am „Lac d’Echternach“ möchte die Stadt zu einem der attraktivsten Erholungsgebiete der Region werden. Das Wasser sei sauber, sagt Wengler, man warte nur noch auf die Genehmigung des Umweltministeriums, um den See zu entschlammen. Die Neugestaltung des Campingplatzes mit seinem öffentlichen Freibad dürfte ebenfalls zur Attraktivität beitragen.

Die Zukunft wird mit System geplant, erklärt Bürgermeister Yves Wengler (CSV): „Die Entwicklung der Stadt ist auf drei Säulen aufgebaut: der Kultur, dem Tourismus und dem Handel.“ Handel wird in Echternach seit dem Mittelalter betrieben. Die ersten Touristen kamen um 1800 und Kultur, tja, die gibt es in der Grenzstadt an der Sauer eigentlich seit immer schon.

Der Bürgermeister und seine Leute vom Stadtmarketing, vom Kulturzentrum Trifolion oder der Musikschule, vom Tourismusverein und vom Geschäftsverband arbeiten Hand in Hand und treten auch in der Öffentlichkeit so auf. Eine spezielle Echternach-Corporate-Darstellung zeugt davon. Sie ist schlicht und klar.

Die Stadtverantwortlichen sind stolz auf ihre Trümpfe und die wollen sie in Zukunft verstärkt ausspielen, indem eine engere Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Akteuren angestrebt wird. Echternach sieht sich als Stadt in Bewegung. Wachstum, Wohnraum und Naherholung sind wichtige Akzente in der Stadtentwicklung.

Neben den laufenden Bauarbeiten für das Projekt „Masterplan Gare“, mit dem Neubau von Schulgebäuden, Sporthalle und Schwimmbad sowie einem Park und Geschäftshaus, verfolgt die Stadt das Projekt „Oachtergäert“ weiter. 122 neue Wohnungen sollen dort entstehen, so die Stadtverantwortlichen. Baubeginn soll im Frühjahr sein. Darüber hinaus werden in der Innenstadt neue Sozialwohnungen hergerichtet.

Der Schöffenrat der Stadt Echternach ist sich bewusst, dass die Vielzahl der Bauprojekte natürlich auch Störungen für die Anwohner mit sich bringen kann. Zu den Störungen gehört auch, dass Ortsunkundige zurzeit ein wenig durch die Gegend fahren müssen, bis sie ihr Ziel erreichen. Die Türme der Basilika bieten dabei aber immer eine gute Orientierungshilfe und Parkplätze in der Nähe des Zentrums gibt es genug, zumindest um diese Jahreszeit. Um den Touristenströmen in der Hochsaison gerecht zu werden, sollen weitere Parkplätze folgen.

„Eine Stadt in Bewegung bedeutet gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme. Nur so gestalten wir die Zukunft Echternachs gemeinsam“, so Yves Wengler. Dass diese Zukunft Wachstum bedeutet, daran lässt er keinen Zweifel.

Jeder kennt die „Petite Marquise“ in Echternach. Das Gebäude auf dem Marktplatz ist ein Dauerbrenner. „Viele lachen darüber“, so Yves Wengler, aber „Dezember 2022 soll das Projekt fertig sein“. Ein ansehnliches Projekt, wie Zeichnungen vermuten lassen. Und alle Wohnungen, die dort entstehen, seien bereits vergeben, heißt es.

Bei aller Energie, die auf die Zukunft der Stadt verwendet wird, vergisst Echternach seine Vergangenheit nicht. Besonders Willibrord nicht, den Stadtheiligen, den Missionar, der aus Britannien kam und in Echternach ein Kloster gründetet und eine Schreibstube, das Skriptorium, einrichtete, wo einige Jahrhunderte später der weltberühmte „Codex Aureus“, das goldene Buch, entstanden ist.

Seit zehn Jahren steht die Springprozession auf der Unesco-Liste der nicht-materiellen Kulturgüter. Echternach möchte mehr und möchte eigentlich auch gerne auf der Liste des materiellen Kulturerbes vertreten sein. Bürgermeister Wengler ist sich bewusst, dass das ein komplexer und langwieriger Prozess sein kann. „Aber eigentlich ist der Weg das Ziel, dass über unsere Stadt geredet wird, und dass wir unsere Vergangenheit inklusive Willibrord den Menschen, insbesondere den jüngeren, näherbringen können.“

Gute Gelegenheiten, Echternach besser kennenzulernen, gibt es viele. Beispielsweise beim Brückenfest am 22. Mai, einem Picknick unter Nachbarn. Beim Musikfestival „Echterlive“ vom 17. bis 19. Juli. Beim Steampunk Anfang August oder ganz einfach bei Konzerten und Konferenzen im Trifolion, dem lokalen Kulturzentrum gleich neben der Basilika. Oder, wer’s sportlich mag, vielleicht auch beim Lauftreff, jeden Donnerstag um 18.30 Uhr am See.

Lesen Sie dazu auch Kultur, Seite 25. Das Kulturprogramm von Echternach.

Der Autor Marco Goetz ist Redakteur beim luxemburgischen Tageblatt.

Weitere Informationen auf
www.echternach.lu