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So trifft die Corona-Pandemie die Luxemburger Wirtschaft.

Wirtschaft : Tausende Betriebe in Kurzarbeit

In der Corona-Krise haben bereits mehr als 3200 Betriebe in Luxemburg Kurzarbeit angemeldet. Manche schließen gar ihre Werke komplett. Allein durch die Schließung der Baubranche sind 45 000 Menschen betroffen.

() Die Corona-Krise erschwert das wirtschaftliche Leben in Luxemburg, in manchen Bereichen ist es fast zum Stillstand gekommen. Nachdem aufgrund des Ausnahmezustands mit Ende dieser Woche die Baubranche ihre Baustellen geschlossen hat, sind allein davon rund 45 000 Menschen betroffen. Laut Arbeitsminister Dan Kersch haben bereits mehr als 3200 Unternehmen in Luxemburg Kurzarbeit angefragt. Es bestehe zudem die Möglichkeit, Kurzarbeit rückwirkend zu beantragen. Allein in der Baubranche wird dies den Luxemburger Staat mindestens 150 Millionen Euro kosten. Hiervon sind auch größere öffentliche Bauprojekte wie die Tram-Weiterführung bis zum Hauptbahnhof, der Neubau des Nationalstadions, die Erweiterung des Hauptbahnhofs, das neue Gefängnis und die Verbreiterung der Frankreich-Autobahn A3 betroffen.

Besonders kleine und mittlere Unternehmen haben mit den Folgen von Covid-19 zu kämpfen. Fallen bei eben diesen ein oder zwei Mitarbeiter aus, trifft dies die Betriebe so hart, dass sie an den Rand ihrer Funktionsfähigkeit geraten. „Bei einem Dutzend Mitarbeitern fallen Krankheitsfälle noch deutlicher ins Gewicht“, erzählt der Inhaber einer Firma. Mehr noch: Aus Angst vor Ansteckungen lehnten die Mitarbeiter den Kontakt mit ihren Kollegen ab, noch bevor sie unter Quarantäne gestellt wurden.

„Aber auch das Material fehlt“, ergänzt der Unternehmer. Immer wieder schüttelt er ungläubig den Kopf und zuckt mit den Schultern. „Simples Zubehör, das in Italien hergestellt wird, wird nicht nach Luxemburg geliefert.“ Auch im Bereich des Maschinenbaus, erklärt der Fachmann, muss mit Lieferengpässen in nächster Zeit gerechnet werden.

Aber auch die großen Fabriken und Industriebetriebe geraten an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. So will der Stahlkonzern ArcelorMittal mit Hauptsitz in Luxemburg wegen der Corona-Pandemie vorerst seine Produktion in Europa herunterfahren. Dies diene dem Schutz der Mitarbeiter, teilte der Konzern mit. Zudem passe ArcelorMittal damit die Produktion an die derzeitige Nachfrage an. Details, welche Werke wie betroffen sind, nannte der Konzern nicht.

Der Reifenkonzern Goodyear dagegen schließt seine Fabriken in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Slowenien und Polen sowie in Luxemburg vorübergehend. Wegen der Covid-19 Pandemie setzt Goodyear seine Produktion in Europa bis mindestens zum 3. April aus. „Zum Schutz seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie als Reaktion auf den plötzlichen Rückgang der Marktnachfrage“, heißt es von Seiten des Unternehmens. Nur die Lagerhäuser sollen weiterhin, um den Kundenservice zu garantieren, mit reduziertem Personaleinsatz funktionieren. Dabei sollen aber „soziale Distanzierungspraktiken“ beachtet werden.