Staatsanwaltschaft ermittelt nach Beinahe-Crash gegen Ryanair-Piloten

Staatsanwaltschaft ermittelt nach Beinahe-Crash gegen Ryanair-Piloten

Nach dem Beinahe-Zusammenstoß zwischen einem Passagier- und einem Segelflugzeug über dem Hunsrückflughafen Hahn hat die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen die Ryanair-Piloten eingeleitet. Hintergrund sind zwei Strafanzeigen.

Haben die beiden 39 und 23 Jahre alten Ryanair-Piloten beim Landeanflug auf den Hahn den Flugverkehr gefährdet, als sie mit ihrer Boeing 737-800 einem Segelflugzeug gefährlich nahe kamen? Mit dieser Frage befasst sich jetzt die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach. "Wir haben nach zwei Strafanzeigen ein Ermittlungsverfahren wegen Gefährdung des Luftverkehrs eingeleitet", bestätigte der Leitende Oberstaatsanwalt Michael Brandt unserer Zeitung. Wie lange die Ermittlungen dauerten, sei noch völlig unklar. "Wir haben so etwas ja auch nicht alle Tage."
Der über drei Monate zurückliegende Beinahe-Zusammenstoß war erst nach einer Veröffentlichung der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung bekannt geworden (der TV berichtete). Beim Landeanflug auf den Hahn hatte der Kopilot einer aus dem italienischen Alghero kommenden und mit 114 Menschen besetzten Maschine das Segelflugzeug entdeckt. Wie später die Auswertung der Radaraufzeichnungen ergab, näherten sich die beiden Maschinen bis auf 200 Meter, wobei das Segelflugzeug etwas tiefer flog als die Passagiermaschine. Nach Angaben der Flugsicherung durfte der Segelflieger dort fliegen.

Ein Ryanair-Sprecher sprach dagegen von einem "Sicherheitsproblem aufgrund unkontrollierter Aktivitäten von Segelfliegern am Hahn". Die Identität des Segelfliegers ist immer noch unbekannt. Der Luftraum über dem Soonwald ist äußerst beliebt. Theoretisch kommen Dutzende Flugplätze infrage, von denen der Pilot gestartet sein könnte. Teure Koffer: Der Chef der Billigfluglinie Ryanair, Michael O'Leary, will die Preise für aufgegebenes Gepäck so lange erhöhen, bis niemand mehr welches mitnimmt. "Wir werden so lange die Gebühren anheben, bis wir das aufgegebene Gepäck los sind", sagte O'Leary. Ryanair habe die Zahl der Passagiere, die Gepäck aufgeben, bereits auf 19 Prozent reduziert und spare dadurch "ein Vermögen". (dpa)

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