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Teure Bauchlandung: Luxair bestellt neues Flugzeug

Teure Bauchlandung: Luxair bestellt neues Flugzeug

Ein aufgerissener Rumpf, zerstörter Propeller und die Flügelaufhängung verbogen. Das ist das Fazit nach der Bauchlandung einer Bombardier Q400 am 30. September 2015 auf dem Flughafen Saarbrücken. Der Sachschaden geht in die Millionen.

Luxemburg. So schlimm hatte das kurz nach dem Unfall, bei dem niemand verletzt wurde, Ende September auf dem Saarbrücker Flughafen gar nicht ausgesehen. Nach der Begutachtung des Flugzeugs nach der Bauchlandung (der TV berichtete mehrfach) wurde bei der Fluggesellschaft Luxair noch spekuliert, die Turboprop-Maschine könnte repariert werden. Jetzt hat die Airline die Handbremse gezogen: "Zu teuer", bestätigte Luxair-Sprecher Jean Lasar Anfang dieser Woche dem Luxemburger Tageblatt.
Wie hoch der Sachschaden tatsächlich ist, will man aber auch knapp drei Monate nach dem Vorfall nicht sagen. Von Verschrotten ist auch keine Rede. Was mit dem Flugzeug passiert, ist also bisher noch unklar.
Die Airline hat inzwischen eine neue Q400 beim Hersteller in Kanada bestellt. "Das neue Flugzeug wird im August geliefert", so Jean Lasar.
Menschliches Versagen


Der Sprecher begründete das so: Man habe eine neue Maschine bestellt, um den Kunden einen sicheren und zuverlässigen Flug zu gewährleisten. Die abrupte Bauchlandung Ende September in Saarbrücken war den Ermittlungen der Airline zufolge auf menschliches Versagen zurückzuführen. Der Co-Pilot habe das Fahrwerk zu früh eingezogen, so das Fazit eines ersten Unfallberichts. Eine vollständige Analyse werde erst für 2016 erwartet, schreibt das Tageblatt weiter.
Flug LG 9562 mit 20 Passagieren an Bord hatte am 30. September in Saarbrücken abgehoben. Die Maschine war auf dem Weg von Hamburg in Saarbrücken planmäßig zwischengelandet und sollte eigentlich weiter nach Luxemburg fliegen. Das Flugzeug beschleunigte also, nahm an Fahrt auf und hob ab. Plötzlich wurde der Startvorgang abgebrochen, und der Pilot setzte das Flugzeug mit bereits eingefahrenem Fahrwerk wieder auf der Piste auf. Die Insassen kamen mit dem Schrecken davon. Niemand wurde verletzt. Der Co-Pilot wird nicht mehr im Flugbetrieb der Luxair arbeiten, darf aber im Unternehmen bleiben. tgbl/red
Extra

Der Unfall bedeutet für die Luxair nicht nur einen maschinellen Schaden in Millionenhöhe. Der Listenpreis der Bombarbier Q400 beträgt umgerechnet 31 Millionen Euro. Der Ausfall der Maschine führte auch zu Einschränkungen von 89 Luxair-Flügen im Flugplan. sas