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Tipps für Grenzgänger

Grenzgänger : Versicherungen in der Steuererklärung

Im Luxemburger Steuerrecht gelten Höchstbeträge für die Absetzbarkeit von Versicherungsbeiträgen. Welche Folgen das hat.

Grenzgänger können in der Luxemburger Steuererklärung Versicherungen ansetzen, ähnlich der deutschen Steuererklärung. Gemeint sind somit Haftpflicht- und Vorsorgeversicherungen.

Allerdings gibt es in Luxemburg Höchstbeträge von 672 Euro pro Haushaltsmitglied. Eine Familie mit einem Kind kann somit maximal einen Höchstbetrag von 2016 Euro ansetzen, der in der Regel auch erreicht wird. Es gibt wenige Grenzgänger, die die Höchstbeträge nicht erreichen, was dann aber aus versicherungstechnischen Gründen oft kein Nachteil ist.

Besonderheiten gibt es bei den Ehegatten der Grenzgänger, die deutsche Beamte sind. Diese zahlen nicht in die gesetzliche Krankenversicherung ein, sondern haben private Krankenversicherungen abgeschlossen. Soweit die Beiträge auf die Basisversicherung entfallen, werden sie vom Finanzamt zwischenzeitlich nicht mehr in der Rubrik Versicherungsbeiträge anerkannt. Allerdings werden sie als quasi-sozialversicherungspflichtige Krankenversicherungsbeiträge bei den steuerfreien Einkünften berücksichtigt. Dort wirken sie sich jedoch bei der Steuerberechnung nicht so hoch aus, wie in der zuvor gehandhabten jahrelangen Praxis.

Jahrelang hatte die luxemburgische Finanzverwaltung es abgelehnt, die Beiträge an private Krankenversicherungen als quasigesetzliche Sozialbeiträge anzusehen. Hier gab es in den letzten zwei Jahren einen Wandel, der jedoch nicht an die große Glocke gehängt wird. Positiv ist daran, dass Grenzgänger also noch mehr Versicherungsbeiträge geltend machen können, wenn sie die Höchstbeträge überschreiten, vorausgesetzt, man verfügt über diese.

Die bei Bankmitarbeitern oft vorhandene Eigenzahlung an die ehemalige Direktversicherung BVV gilt als normale Versicherung. Entgegen anders lautender Gerüchte gelten die Beiträge also nicht als besonders geförderte Zahlungen im Sinne des Artikel 111bis, der sogenannten Junker-Rente oder S-Pension. Die in dieser Rubrik gezahlten Beiträge können in Höhe von 3200 Euro pro Ehegatte geltend gemacht werden, was zusätzliche steuermindernde Abzugspositionen ergibt.

In einem Ausnahmefall hat ein Grenzgänger eine deutsche Lebensversicherung bei der Allianz. Das Institut bescheinigt tatsächlich, dass die Versicherung die Bedingungen des Artikel 111bis erfüllt. Die Bestätigung bedeutet, dass die Allianz-Versicherung die Vorgaben des luxemburgischen Steuerrechts beachtet hat, als sie die Versicherung konstruiert hat. Das ist überraschend. Das luxemburgische Finanzamt hat das erstaunlicherweise auch so akzeptiert.

Stephan Wonnebauer ist Vorstandsmitglied des Deutschen Anwaltvereins
Luxemburg.

Bei Fragen zum deutsch-luxemburgischen Recht können sich Grenzgänger an den Deutschen Anwaltverein Luxemburg wenden: kontakt@dav.lu