Unwetter wütet in Luxemburg: Drei Dörfer ohne Trinkwasser - Armee im Einsatz

Unwetter wütet in Luxemburg: Drei Dörfer ohne Trinkwasser - Armee im Einsatz

Während die Gewitter am Freitagabend in der Region Trier weitgehend glimpflich ausgingen, hat es viele Orte in Ost-Luxemburg hart getroffen. Die Schäden waren so gravierend, dass auch die Armee im Einsatz war. Drei Gemeinden waren zeitweise ohne Trinkwasser. Auch Hilfskräfte aus der Region waren in Luxemburg im Einsatz.

Die Spuren des schweren Unwetters vom Freitagabend sind noch immer deutlich in den Gemeinden des Großherzogtums zu sehen. Zahlreiche Dörfer waren Überschwemmungen plötzlich von der Umwelt abgeschnitten. Betroffen war vor allem der Osten des Landes. In Ermsdorf rissen die Fluten ganze Autos mit, in Fels verwandelte sich der sonst so friedliche Scheerbach in einen reißenden Fluss. Die Brücke über die Ernz bei Hessemillen stürzte ein. Die Luxemburger Armee rückte am Samstag in die betroffenen Gebiete aus, um bei den Aufräumarbeiten anzupacken, auch Premierminister Xavier Bettel machte sich ein Bild von der Lage.
D'Bréck op der Hessemillen richtung #Eppeldorf gouf vum Waasser matgerappt! #Aerenzdall Foto via @ffrido pic.twitter.com/9ZwFHtBIpB

THW-Einsatzkräfte aus Bitburg haben einen 22 Meter langen Steg errichtet, so dass der Bauernhof wieder erreichbar ist. Foto: THW OV Bitburg
THW-Einsatzkräfte aus Bitburg haben einen 22 Meter langen Steg errichtet, so dass der Bauernhof wieder erreichbar ist. Foto: THW OV Bitburg

— Fränz Friederes (@ffraenz) 23. Juli 2016 Doch die Katastrophe ist offenbar noch nicht ausgestanden. Die Krisenzentrale der Regierung warnt: In den drei am schwersten Betroffenen Gemeinden Fels, Nummern und der Ernztalgemeinde darf das Leitungswasser nicht mehr konsumiert werden. Besonders ernst scheint die Lage in Reisdorf, Fels und Kruchten zu sein, wo Helfer Trinkwasser in Flaschen an die Bewohner verteilen.

Wegen der eingestürzten Brücke bei Hessemillen hat die Regierung am Samstag erklärt, dass die „Straßenverbindung zwischen Bettendorf und Eppeldorf für unbestimmte Zeit unterbrochen ist“. Insgesamt sind 1000 bis 1500 Menschen vom Unwetter und seinen Schäden betroffen.

THW aus Bitburg im Einsatz

Auch das Technische Hilfswerk aus Bitburg war am Samstag und Sonntag mit insgesamt 16 THW-Angehörigen im grenzüberschreitenden Einsatz, teilte Joachim Weber, der stellvertretende Bitburger THW-Ortsbeauftragte gegenüber volksfreund.de mit. In Backesmühle in der Gemeinde Ermsdorf musste ein behelfsmäßiger Übergang errichtet werden, nachdem die Zufahrt zu einem landwirtschaftlichen Betrieb vom Unwetter zerstört worden war. Die THW-Leute errichteten mit einem Spezialgerüstsystem einen 22 Meter langen Steg, über den das Gut jetzt wieder erreichbar ist. (L'Essentiel/red)