Verfolgungsjagd mit dem Elektroauto

Verfolgungsjagd mit dem Elektroauto

Luxemburger Polizei setzt auf neue Technik.

Luxemburg (sas/red) Surren statt Motorenröhren bei der Verfolgungsjagd auf Luxemburger Autobahnen: Die Polizei des Großherzogtums setzt auf neueste Technik und will Verbrecher künftig mit Elektroautos jagen. Laut einem Medienbericht haben die Ordnungshüter aus dem Ländchen zwei Tesla S-Modelle bestellt, die jeweils etwa 100 000 Euro kosten sollen. Angedockt ist der Kauf an ein Pilotprojekt, mit dem das Luxemburger Ministerium für Nachhaltigkeit testen will, wie sinnvoll der Einsatz von Elektrofahrzeugen im Polizeidienst ist. Details dazu will das Ministerium im September bekanntgeben.
Die Entscheidung, moderne Eletroautos ausgerechnet für die Polizei anzuschaffen, wird damit begründet, dass allein diese Behörde in Luxemburg über eine eigene Autowerkstatt verfüge. "Bei dem Pilotprojekt geht es darum, allgemein den Sinn und Praxisnutzen von Elektromobilität für Fahrzeuge im Staatsdienst auszuloten", erklärt Polizeispressesprecher Frank Stoltz. Eine Werkstatt brauche man, um alle relevanten Daten zu erheben, die nötig seien, um die Sinnhaftigkeit der E-Mobilität zu beurteilen. Die Testphase soll zwei Jahre dauern.
Sind die Elektrosportwagen als Streifenwagen ausgerüstet, können sie gleich in den Dienstbetrieb gehen. Darüber hinaus soll es im Herbst eine Ausschreibung für die Anschaffung von vier weiteren Elektrofahrzeugen für die Polizei geben, zwei davon bei der Verwaltung, zwei als Streifenwagen. Bislang sind bereits mehrere Hybridfahrzeuge im Einsatz.
Bei der Geschwindigkeit müssen die Luxemburger Ordnungshüter nicht befürchten, abgehängt zu werden. Denn ein Tesla S kann bis zu 250 Stundenkilometer schnell fahren und mit 700 PS von null auf hundert in 2,7 Sekunden beschleunigen. Befürchtungen gibt es eher bezüglich des Einsatzes der Elektro-Flitzer im Polizei-Alltag: Im Extremfall sind die Wagen rund um die Uhr im Dienst und können während dieser Zeit nicht aufgeladen werden. Allerdings sind die Batterien nach 500 bis 600 Kilometern leergefahren. Selbst bei einer speziellen Ladetechnik dauert es rund vier Stunden, bis die maximale Reichweite erreicht wird. Weitere Sorge bereitet Kritikern des Projekts, dass E-Autos von Tesla auf Energiegewinn aus dem Bremsgewinn setzen, um länger fahren zu können. Auf der Autobahn wird jedoch eher wenig gebremst.