Was Luxemburg alles zur Weltausstellung 2020 in Dubai plant.

Wirtschaft : Großer Bahnhof in Dubai

Wenn am 20. Oktober 2020 die Weltausstellung in Dubai eröffnet, dann ist auch das Großherzogtum mit einem eigenen Pavillon dabei. Die Einzelheiten des Projekts werden immer konkreter.

Es ist nur noch ein knappes Jahr, bis sich vom 20. Oktober 2020 bis 10. April 2012 die Türen der World Expo in Dubai öffnen. Auch Luxemburg ist mit von der Partie, der Staat lässt sich seinen Pavillon und das Rahmenprogramm 32 Millionen Euro kosten, die übrigen Partner – Post, SES Astra und Handelskammer – tragen mit jeweils 2,5 Millionen Euro zur Finanzierung bei.

Die Weltausstellung in den Vereinigten Arabischen Emiraten soll für luxemburgische Unternehmen eine Gelegenheit sein, ihre Produkte der ganzen Welt zu präsentieren. „Es ist ein beeindruckendes internationales Schaufenster für die gesamte luxemburgische Wirtschaft“, sagt Carlo Thelen, Generaldirektor der Handelskammer. Zwar ist Luxemburg nur eine von insgesamt 192 Nationen, die sich präsentieren, aber die Kammer erwartet immerhin 25 Millionen Besucher, davon zu drei Vierteln internationale Besucher aus der ganzen Welt.

So gibt es Vorträge und Führungen, um das Know-how luxemburgischer Unternehmen etwa in der Raumfahrt, in den Ökotechnologien, bei Lebensmitteln und Gastgewerbe, in der Infrastruktur und im Bauwesen sowie in den Gesundheitstechnologien zu präsentieren und weiter zu fördern. Die Unternehmen sollen über einen Zeitraum von sechs Monaten neue Kontakte knüpfen, um ihren Markt zu erweitern, hofft Thelen. Nach der vorherigen Weltausstellung, der Shanghai Expo, hätten sich in acht Jahren die Warenausfuhren immerhin verdreifacht und insbesondere die Ausfuhren von Finanzdienstleistungen sogar verfünffacht. „Wenn wir diese Zahlen für Dubai erreichen, können wir von einer erfolgreichen Mission sprechen“, sagt er.

Die Expo Dubai ist seit ihrem Start im Jahr 1851 die erste Weltausstellung in einem arabischen Land, das Motto lautet „Connecting Minds, Creating the Future“, was in etwa mit „Gedankenwelten verbinden, die Zukunft gestalten“ übersetzt werden kann. Das Areal der Vorstellung der neuesten Erfindungen und Visionen aus Wissenschaft und Technik umfasst 4,4 Quadratkilometer und Themenbereiche wie Mobilität und Nachhaltigkeit.

Luxemburg stellt seinen Pavillon unter den Titel „Resourceful Luxembourg“/“Ressourcenreiches Luxemburg“. „Die Expo bietet eine einmalige Gelegenheit, Luxemburgs Lösungen für die zukünftigen Herausforderungen in den Bereichen Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung vorzustellen“, sagt die Kommissarin für die Expo 2020, Maggy Nagel.

Außerdem solle der Luxemburger Pavillon „alle fünf Sinne ansprechen“, erklärt sie. Die Gastronomie spiele dabei eine entscheidende Rolle. Erste Skizzen des noch im Bau befindlichen 130 Quadratmeter großen Restaurants weisen darauf hin. Dazu gibt es eine sogenannte „Schengen Lounge“ mit Glasfront, eine Terrasse und eine Schauküche. Gegessen werden kann „Luxembourg on a plate“/„Luxemburg auf einem Teller“ und Abendgerichte mit Moselwein. „Es geht dabei um etwas Gutes, das Luxemburg repräsentiert“, sagt der jüngste Luxemburger Sternekoch KimKevin de Dood. Das Menü stellen sechs junge luxemburgische Chefs zusammen, die sich bei einer entsprechenden Ausschreibung beworben haben. Mit dabei ist die Diekircher Hotelfachschule EHTL, die das  Gastronomie-Konzept des Luxemburger Pavillon etwa mit pikantem Rindertartar und einer modernen Quetschentaart verantwortet. Direktor Michel Lanners freut sich: „Wir sind eine der einzigen Hotelfachschulen, die in einem nationalen Pavillon arbeiten werden.“ 36 EHTL-Schüler werden Luxemburgs Gastronomie auf der Weltausstellung im Nahen Osten vertreten.

   Erst 2011 hat die erste Wirtschaftsmission Luxemburgs in Dubai stattgefunden. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind der wichtigste Handelspartner Luxemburgs in der Region. Das Volumen der ausgetauschten Waren betrug 2015 fast 580 Millionen Euro, teilt das Wirtschaftsministerium mit.