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Wie ein Fels in der Brandung

Wie ein Fels in der Brandung

Das Musikfestival "Live at Vauban" gehört seit fast zwei Jahrzehnten zum Kanon der Kulturfeste, die das städtische Tourismus-Büro LCTO organisiert. Es schließt die Lücke zwischen dem riesigen Paket der "Summer in the City"-Veranstaltungen und dem Frühlings-Festival "Printemps musical".


1995 gab es zum ersten Luxemburger Kulturhauptstadtjahr die Premiere, und zwar in einer Zeltstadt auf der Vauban-Zitadelle oberhalb des Felsenplateaus. Der Name blieb, die Schauplätze und das Ambiente wechselten. Doch das Festival erwies sich dank seiner Fans als Fels in der Brandung. Nun sieht es so aus, als habe man einen neuen Stammsitz gefunden, im Musikclub Den Atelier, in der Rue de Hollerich nicht weit vom Hauptbahnhof gelegen.
Das Programm ist komprimiert auf ein langes Wochenende, und das Prinzip besteht darin, dass Luxemburger Größen auf Weltstars treffen.
So wie am 29. November, wenn Kult-Cellist André Mergenthaler das "Vorprogramm" für einen Giganten der Gitarre bildet: Al di Meola kommt mit größerem Line-up und seiner CD "All your life". Der Tour-Titel "Beatles and more" verrät auch schon einen Schwerpunkt des Programms: Di Meola widmet sich der produktivsten Band der jüngeren Musikgeschichte. Acht Jahre war der Amerikaner alt, als im Radio 1962 die erste Beatles-eigene Single lief: "Love me do". "Das war für mich der Auslöser, Gitarre zu lernen", erinnert er sich ein halbes Jahrhundert später. Die Pilzköpfe und ihre Musik haben ihn bei seiner Weltkarriere immer virtuell begleitet - und nun hat er ein ganzes Programm rund um die Fab Four aus Liverpool gebastelt.
Auf den Mann mit den flinken Fingern folgt am 30. November die Frau mit der geläufigen Gurgel: Stacey Kent gilt nicht nur Jazz-Fans als eine der weltbesten Stimmen. Jazz-Awards in ganz Europa hat sie eingesammelt, seit ihrem Debüt 1997 ein Dutzend erfolgreiche CDs herausgebracht, Liebeserklärungen der Kritiker hervorgerufen.
Ihr aktuelles Album "Changing Lights" bringt sie natürlich ins Atelier mit - samt vielen neuen Facetten. Sie arbeitet verstärkt mit südamerikanischen Rhythmen, entdeckt den Bossa nova und erzählt Geschichten, die aus der Seele kommen.
Ausgesprochen reizvoll ist auch der zweite Gast des Abends: Beatbox-Virtuosin Butterscotch wird eine Kostprobe ihrer stimmlichen und rhythmischen Virtuosität geben. Die junge Amerikanerin, vor ein paar Jahren bekannt geworden durch die Show "America\'s got talent", ist längst über den Status eines Geheimtipps hinaus.
Das komplette Festival-Programm, zu dem auch das Gitarrenduo Dirks und Wirtz, das Marly Marquez Quintett und viele andere gehören, ist demnächst auf der Interseite liveatvauban.lu nachzulesen. Der Eintrittspreis liegt mit 27 Euro recht zivil.