Windhose reißt In Luxemburgs Süden Dächer ab und entwurzelt Bäume.

Kostenpflichtiger Inhalt: Wetter : Tornado fegt über Luxemburgs Süden: Mehrere Verletzte 

Unwetter am Freitagabend im Großherzogtum: Ein Tornado fegte über den Süden des Landes.

() „Mein Dach ist weg, mein Auto ist weg“, sagt eine Anwohnerin von Petingen gegenüber dem Tageblatt. Der Sturm entwurzelte alle Bäume im Garten der Frau. Um 18 Uhr ist ein Tornado über den Südwesten Luxemburgs hinweggefegt. Das bestätigt die Einsatzzentrale CGDIS gegenüber dem Tageblatt.

„Wir haben enorm viele Anrufe aus der Ecke Bascharage/Petingen bekommen”, sagte ein Sprecher. Die Retter hätten eine spezielle Einsatzzentrale aufgesetzt und sichteten nun die Lage. „Wir konzentrieren uns auf die wichtigsten Einsätze“, sagte der CGDIS-Sprecher. Es könne zu Verzögerungen kommen. Wegen kleinerer Beschädigungen solle man nicht den Notruf wählen.

Wie die Polizei erklärte, gab es mehrere Leichtverletzte, zahlreiche Autos wurden beschädigt oder zerstört. Mehrere Dächer wurden abgedeckt. Die A13-Ausfahrt nach Bascharage wurde gesperrt. Rettungsdienste sind laut Polizei unterwegs.

Im Raum Petingen gab es erhebliche Verkehrsbehinderungen. Umgestürzte Bäume oder Straßenschilder blockierten die Straßen, auf den Zugangswegen war der Verkehr zum Erliegen gekommen. Polizei und Rettungsdienste warenim Einsatz, um den Verkehrsfluss wieder herzustellen.

Die Zerstörung, die der Tornado hinter sich zog, sind offenbar groß. Auf Facebook teilten viele Nutzer Bilder von umgestürzten Bäumen und Strommasten. Auch beschädigte Dächer sind zu sehen. Meteo-Boulaide veröffentlichte mehrere Videos, auf denen auch eine Windhose zu sehen ist.

Für Philipp Ernzer, Betreiber des Wetterdienstes Météo Boulaide, kam das Ereignis keineswegs überraschend: Er hatte bereits am Donnerstag „Starkregen und Sturmspitzen“ für Freitag vorhergesagt. Am Freitag konnte er auf einem Radarbild auch das „Haken-Echo“ erkennen: ein Zeichen, beim ein Gewitter eine Superzelle mit hohem Tornadorisiko birgt. Wenn sich das Phänomen zeige, bleibe für Warnungen aber kaum noch Zeit: „Tornados kann man immer nur sehr kurzfristig vorhersagen“, erklärte Ernzer gegenüber dem Tageblatt.

Grundsätzlich sei es so gewesen, dass die Kaltfront eines Sturmtiefs über das Land gezogen sei. „Weil es eine Kaltfront ist, gab es einen sehr starken Höhenwind, während die Winde in Bodennähe nicht so stark waren.“ Dadurch hätten sich die „Superzellen“ mit den starken Aufwärtswinden gebildet. Ein zusätzlicher Faktor im Geschehen seien sehr schwüle Luftmassen gewesen, die von Südwesten aus ins Land gedrückt worden waren. „Da haben sich einige Faktoren überschnitten“, sagt Ernzer.

Das E-Lake findet zwar im Osten Luxemburgs statt, aber auch in Echternach behält man das Wetter im Auge – zwangsläufig: „Wir hatten hier starken Regen, der immer noch anhält“, erklärte der Sprecher Jempi Hoffmann. Starke Winde seien allerdings nicht vorgekommen. Ansonsten sei man vorbereitet: „Da, wo der Boden zu stark aufweicht, werden wir Rindenmulch ausstreuen“, sagte Hoffmann – und dass auch für andere Eventualitäten Notfallpläne vorlägen.

Nach Informationen des Luxemburger Wortes wird in Petingen auch noch nach vermissten Kindern gesucht.

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