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Wolf reißt drei Schafe in Luxemburg – Ist er noch in der Region unterwegs?

Kostenpflichtiger Inhalt: Etwa 30 Kilometer von Trier entfernt : Wolf reißt drei Schafe in Luxemburg – Ist er noch in der Region unterwegs?

Vor zwei Wochen wurden in Luxemburg drei Schafe gerissen. Nach den Untersuchungen steht nun fest: Sie wurden von einem Wolf getötet. Volksfreund.de erklärt, was dahintersteckt und was das nun für die Menschen bedeutet.

In Luxemburg hat ein Wolf drei Schafe gerissen. Dabei handelt es sich erst um den dritten gesicherten Nachweis eines solchen Tieres in den vergangenen 100 Jahren. Das teilt das luxemburgische Umweltministerium am Mittwoch mit.

Was ist passiert? Vor rund zwei Wochen wurden auf einer Weide im Raum Niederanven (etwa 37 Kilometer entfernt von Trier) Schafe gerissen. Die erste Untersuchung ergab, dass diese ohne Zweifel von einem Raubtier getötet wurden. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings noch nicht klar, ob es sich um einen Wolf handelt – ausgeschlossen werden konnte dies jedoch nicht.

Wie wurde untersucht? An den Bisswunden der gerissenen Schafe wurden Proben entnommen, um genetische Analysen durchzuführen. Dabei hofften die Untersuchenden, dass sie genügend Speichel mit verwertbarer DNA des Verursachers sammeln können. Mit Erfolg: Die Proben wurden am Senckenberg-Institut in Gelnhausen (Hessen) untersucht, welches das Referenzlabor in diesem Bereich ist. Die Resultate der Laboranalysen in Bezug auf die Artbestimmung und die Populationszugehörigkeit wurden der Naturverwaltung jetzt vom Senckenberg-Institut mitgeteilt.

Was haben die Untersuchungen ergeben? Die amtlichen Ergebnisse gliedern sich in eine Art- und eine Populationsanalyse. Erstere hat auf Basis von zwei Proben bewiesen, dass das Tier, dass bei Niederanven drei Schafe riss, eindeutig ein Wolf war. Die Populationsanalyse hat ergeben, dass es sich um einen Wolf aus der mitteleuropäischen Flachlandpopulation handelt, deren Verbreitungsschwerpunkt sich von der Weichsel im Zentrum Polens bis nach Niedersachsen erstreckt. Tiere aus dieser Population sind auch bereits in Belgien, den Niederlanden und in Rheinland-Pfalz nachgewiesen worden.

Wo wurden bisher Wölfe gesichtet? Luxemburg hat somit den dritten gesicherten Nachweis eines Wolfs seit über 100 Jahren. Den ersten Nachweis gab es 2017 im Raum Holzem-Garnich; dieser Wolf stammte allerdings aus der Alpenpopulation, die in den italienischen und französischen Alpen ihren Verbreitungsschwerpunkt hat. Zudem gab es 2018 einen bestätigten Hinweis in der Nähe von Fouhren. Die Herkunft dieses Wolfs ist unbekannt. Nach Angaben des Ministeriums deuten die Ereignisse der letzten Jahre darauf hin, dass sich Luxemburg „inmitten einer Großregion befindet in der die mitteleuropäische Flachlandpopulation und die Alpenpopulation miteinander verschmelzen“.

Ist der Wolf noch in Luxemburg unterwegs? Es ist bislang nicht bekannt, ob der Wolf sich noch in der Gegend aufhält oder weitergewandert ist. Das Ministerium ruft die Bevölkerung weiterhin auf, alle möglichen Hinweise auf die Anwesenheit von Wölfen umgehend an die Naturverwaltung zu melden. Dies ist per E-Mail möglich an: wolf@anf.etat.lu

Sind Wölfe gefährlich? Wölfe meiden in der Regel den direkten Kontakt zum Menschen. Begegnungen zwischen Mensch und Wolf sind daher äußerst selten, aber nicht unmöglich. In der Regel ziehen sich Wölfe zurück, sobald sie einen Menschen bemerken, können aber durchaus auch neugierig sein und den Menschen vor dem Rückzug erst einmal genauer mustern. In der Broschüre „Wölfe in Luxemburg?“ findet man neben vielen anderen Informationen über den Wolf auch Verhaltensregeln, die man im Falle einer Begegnung mit dem Wolf einhalten sollte. Die Dokumente sind im Internet unter www.emwelt.lu zu finden.