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Zwei Tage Radarfallen = 2300 Raser-Fotos: Luxemburger erleben wahres Blitzgewitter

Zwei Tage Radarfallen = 2300 Raser-Fotos: Luxemburger erleben wahres Blitzgewitter

Die neuen Radargeräte entlang vieler luxemburgischen Straßen sorgen im Großherzogtum für Ärger und Gesprächsstoff. Die einen halten sie für komplett überflüssig, andere finden es gut, dass es endlich den Verkehrsrowdys an den Kragen geht. Wiederum andere klagen über die ihrer Meinung nach zu niedrig gehaltene Toleranzgrenze von nur drei km/h.

Luxemburg. Die Autofahrer in Luxemburg müssen sich ganz anders als bisher an vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzungen gewöhnen. Und das tut weh: Innerhalb von weniger als 48 Stunden nach der groß angekündigten Inbetriebnahme der neuen Radargeräte wurden bereits 2300 Geschwindigkeitsüberschreitungen gemessen. Das bestätigte Thierry Fehr, Chef der "Police de la route".

Trotz groß angelegter Informationskampagne und langer Testphase scheinen viele Autofahrer ihre Schwierigkeiten mit Geschwindigkeitsbegrenzungen zu haben. Die Toleranzschwelle scheint besondere Probleme zu bereiten: Sie liegt bei einer Geschwindigkeit unter 100 Kilometern in der Stunde bei drei km/h, bei über 100 km/h beträgt sie drei Prozent.Nachts trifft's LKW und Busse


Besonders in den Nächten seit dem Start der Aktion Mitte März wurden zahlreiche LKW und Busse geblitzt. Wie viele Grenzgänger erwischt wurden, ist auch eine Woche später noch unklar.
Die Polizei war auf die hohe Zahl geblitzter Temposünder vorbereitet. "Hierzulande halten sich die Autofahrer nicht so genau an die erlaubte Geschwindigkeit", heißt es. Die Polizei spricht von einer Eingewöhnungsphase.
Eine leichte Geschwindigkeitsüberschreitung wird mit 49 Euro geahndet. Fährt man 20 km/h zu schnell, wird ein Bußgeld von 145 Euro fällig - und es werden zwei Punkte vom in Luxemburg geltenden Haben-Konto abgezogen. In gravierenden Fällen wird sogar nachträglich der Führerschein eingezogen.

Neben den festen Radaranlagen kommen noch sechs mobile Blitzer zum Einsatz. Polizeichef Fehr warnt: "Auch wenn die Beamten sich momentan noch in Schulung befinden, werden Geschwindigkeitsübertretungen bereits geahndet." Allerdings seien die zahlreichen Beamten um das Radargerät herum - dank der orangefarbenen Jacken - momentan auch schlecht zu übersehen. In Luxemburg sind derzeit zehn feste Blitzsäulen aktiv. Zehn weitere werden in einer späteren Phase scharfgeschaltet.

Ein Laser deckt Geschwindigkeiten zwischen zehn und 250 km/h ab. Die meisten Raser überführt haben bis dato übrigens die beiden Blitzer in Merl, auf der Escher A4 am Eingang von Hollerich, und jener auf der B7, zwischen dem Verteiler Schieren und dem Verteiler Ettelbrück. Das Gerät kann alle 0,5 Sekunden ein Foto schießen. Die Technik kommt aus Deutschland. Vitronik zählt zu den Weltmarktführern im Bereich industrieller Bildverarbeitung. Luxemburg hat rund 13 Millionen Euro in das neue System investiert.
Die Autoren sind Redakteure beim Luxemburger Tageblatt.Extra

Besonders achtgeben sollten Autofahrer in Luxemburg an folgenden Strecken, an denen Blitzsäulen installiert worden sind:: N3 Hesperingen - Frisingen (Schlammestee) A4 vor dem Kreisverkehr Merl N11 Waldhof - Gonderingen N7 Fridhaff - Hoscheid (Lipperscheid - Dellt) N7 Hoscheid - Marnach (Dorscheiderhaischen) N24 Oberpallen - Beckerich N8 Brouch - Reckingen N7 Roost B7 zwischen Verteiler Schieren und Verteiler Ettelbrück N12 Heiderscheidergrund - Heiderscheid tgblExtra

 Hier hat die Luxemburger Straßenbauverwaltung nach dem Unmut etlicher Autoffahrer diese Woche nachgelegt: An der B7 in Höhe der Ausfahrt Ettelbrück hat sie ein zusätzliches Verkehrsschild angebracht. Es macht die Autofahrer nun darauf aufmerksam, dass die zugelassene Geschwindigkeit nach 350 Metern auf 70 km/h gesenkt wird. Damit sollen gefährliche Bremsmanöver in Höhe der Tempo-Tafel vermieden werden. Fotos: Roger Infalt (Luxemburger Tageblatt)
Hier hat die Luxemburger Straßenbauverwaltung nach dem Unmut etlicher Autoffahrer diese Woche nachgelegt: An der B7 in Höhe der Ausfahrt Ettelbrück hat sie ein zusätzliches Verkehrsschild angebracht. Es macht die Autofahrer nun darauf aufmerksam, dass die zugelassene Geschwindigkeit nach 350 Metern auf 70 km/h gesenkt wird. Damit sollen gefährliche Bremsmanöver in Höhe der Tempo-Tafel vermieden werden. Fotos: Roger Infalt (Luxemburger Tageblatt) Foto: (g_luxemb

Luxemburger stehen im Schnitt jedes Jahr 33 Stunden im Stau: Wie eine Verkehrsstudie von Inrix, einer App für Verkehr, Routenplanung und Verkehrswarnmeldung, jetzt belegt, haben die Luxemburger im vergangenen Jahr durchschnittlich rund 33 Stunden im Stau verbracht. Das ist eine Stunde weniger als noch im Jahr 2014. Im internationalen Vergleich landet Luxemburg damit auf dem vierten Platz hinter der Schweiz (30 Stunden), England (30 Stunden) und Frankreich (28 Stunden). Noch längere Zeit im Stau als die Luxemburger verbrachten die Belgier (44 Stunden), Niederländer (38 Stunden) sowie die Deutschen (38 Stunden). Sehr viel Geduld muss der Autofahrer in den großen Metropolen der Welt mitbringen. In der englischen Hauptstadt London verbringt der Autofahrer jährlich 101 Stunden im Stau. tgbl