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Malu Dreyer über Hochwasser: Das ist eine Katastrophe

Unwetter : Dreyer über Hochwasser: Das ist eine Katastrophe (Update)

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer zeigt sich erschüttert über das Ausmaß der Unwetter-Katastrophe. Sie sprach von einer Katastrophe. Besonders dramatisch sei die Lage in der Vulkaneifel und im Landreis Ahrweiler. Die Bundesregierung hat Hilfe zugesagt. Die Bundeskanzlerin hat sich aus den USA zu Wort gemeldet.

Malu Dreyer ist sichtlich erschüttert. „Das ist eine Katastrophe. Es gibt Tote, Vermisste und viele, die noch immer in Gefahr sind. Alle Einsatzkräfte sind rund um die Uhr im Einsatz und riskieren ihr eigenes Leben“, sagte die SPD-Politikerin zu Beginn der heutigen Landtagssitzung. Angesichts der Unwetterlage und der mindestens vier wegen Überflutungen gestorbenen Menschen sprach die Triererin von einer „sehr, sehr dramatischen Situation“. Und weiter: „Es ist schrecklich.“ Viele Menschen seien in „großer, großer Not“. Sie hoffe, dass die derzeit noch vermissten Personen gesund gefunden würden.

Nach einer Gedenkminute aller Abgeordneten gab Dreyer einen Lagebericht für die betroffenen Kreise ab. Dass mindestens 18 Menschen im Kreis Ahrweiler durch die Fluten ihr Leben verloren haben, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar.

Dreyer: Schnelle Hilfe für alle Betroffenen

 Dreyer sagte allen Betroffenen schnelle Hilfe zu. Das Kabinett traf sich nach dem Plenum zu einer Sondersitzung, um über die Lage und Hilfe zu beraten.

Die Betroffenen seien nicht allein, sagte der Fraktionsvorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Christian Baldauf. „Wir lassen die Menschen nicht im Stich“, sagte auch der Grünen-Fraktionschef Bernhard Braun. Die Chefin der SPD-Fraktion, Sabine Bätzing-Lichtenthäler sprach von „schrecklichen, erschütternden Bildern“. „Das ist eine Katastrophe“, sagte auch sie. Michael Frisch, Vorsitzender der AfD-Fraktion, sagte, es handele sich um eine „dramatische Situation“. Es sei kein „guter Morgen“, sagte Joachim Streit. Der Bitburger ist Chef der Fraktion der Freien Wähler und war nach eigenen Aussagen gestern im Eifelkreis Bitburg-Prüm, dessen Landrat er bis 18. Mai war, vor Ort, um sich von der Lage berichten zu lassen. Streit rief die Bundesregierung auf, die vom Unwetter betroffenen Menschen zu unterstützen. „Schauen Sie auf Rheinland-Pfalz, schauen Sie auf die Orte, die Hilfe benötigen“, sagte er in Richtung der Bundesregierung.

Lewentz: „Niemand ist vor dieser plötzlichen Gefahr gebannt“

„Die Überschwemmungen zeigen erneut, dass Unwetter und Hochwasser nicht mehr nur direkt an den großen Flüssen gelegene Wohngebiete treffen können. Niemand ist vor dieser plötzlichen Gefahr gebannt“, sagte Innenminister Roger Lewentz.

Aus kleinen Bächen seien „mitreißende und unberechenbare Fluten“ geworden, sagte Klimaschutzministerin Anne Spiegel (Grüne). Im Laufe des gestrigen Tages und in der Nacht seien Niederschläge von bis zu 148 Millimeter gefallen. „Das ist ein neues Phänomen.“ Auch an der Mosel verschärfe sich die Lage: „Aktuell wird am Pegel Trier ein Wasserstand von bis zu 915 cm erwartet“, sagte Spiegel.

CDU-Landeschefin Julia Klöckner fordert, „schnelle und unbürokratische Hilfe“ für die Betroffenen.

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) sagte den vom Unwetter betroffenen Menschen Hilfe des Bundes zu. „Die Menschen im Katastrophengebiet sind in Not, die Schäden sind immens.“ Zusammen mit Dreyer und Lewentz will er sich einen Überblick über die Lage verschaffen. Am Nachmittag soll es eine Pressekonferenz in Mayen geben. Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich derzeit zu einem Staatsbesuch in den USA aufhält, ließ über ihren Regierungssprecher mitteilen: „Ich bin erschüttert über die Katastrophe, die so viele Menschen in den Hochwassergebieten durchleiden müssen. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Toten und Vermissten. Den vielen unermüdlichen Helfern und Einsatzkräften danke ich von Herzen.“