Abfallwirtschaft: Manchen stinkt die Tüte, anderen die Gebühr

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Das neue regionale Abfallsystem ist inzwischen von allen Kommunen abgesegnet worden. Die Debatten liefen aber unterschiedlich ab.

Über die geplanten Neuerungen bei der Abfallentsorgung wurde in den zurückliegenden Wochen überall in der Region Trier diskutiert. Dabei ging es keinesfalls nur um Änderungen bei den Gebühren, die für einen Großteil der Bürger ab 1. Januar tatsächlich  teurer werden dürften. Im Vulkaneifelkreis etwa diskutierten die Kreistagsmitglieder noch in dieser Woche mehrere Stunden lang über die Einführung der Biotüte. Eine Debatte, die anderswo in der Region auf große Verwunderung gestoßen wäre. Denn in Bitburg-Prüm, Bernkastel-Kues, Trier-Saarburg und der Stadt Trier gibt es die Biotüte schon mehr als anderthalb Jahre. Sie wurde Anfang 2018 nach einem erbitterten Streit zwischen der für Abfallfragen zuständigen Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord und den Kommunen der Region eingeführt. Nur der Vulkaneifelkreis blieb von der Biotüte verschont.

Denn dort gibt es schon seit etwa 20 Jahren die Biotonne. Deren zwangsweise Einführung droht eines Tages der gesamten Region Trier, sollte das System der freiwilligen Sammlung von Küchenabfällen und Speiseresten in Tüten nicht den gewünschten Erfolg bringen. Im schlimmsten Fall würde dann im Vulkaneifelkreis die Biotonne sogar  wieder eingeführt. Der Hauptgrund, warum viele Vulkaneifeler die braune Tonne jetzt nicht hergeben wollten. Doch eine Mehrheit der Kreistagsmitglieder stimmte am Ende für die Einführung der Tüte und auch für die neue Gebührensatzung.

Mit der Dauner Entscheidung hatten alle Gebietskörperschaften, die dem Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (siehe Extra) angehören, die zum 1. Januar in der Region geplanten Änderungen bei der Abfallentsorgung abgesegnet. Maximilian Monzel dürfte ein Stein vom Herzen gefallen sein. Der ART-Boss hatte in den letzten  Wochen für die neue Abfall- und Gebührensatzung eifrig die Werbetrommel gerührt. Auch im Trierer Stadtrat. Dort stand am Donnerstag vergangener Woche allerdings nicht die Frage nach Tonne oder Tüte im Mittelpunkt. Diskutiert wurde vielmehr über den bislang in der Gebühr enthaltenen Hol- und Bringservice, bei dem ART-Mitarbeiter die Restmülltonnen aus den Häusern und Hinterhöfen holen und sie nach der Leerung wieder zurückstellen.

Wer diesen Service ab Januar in Anspruch nehmen will, muss dafür extra zahlen – und zwar ordentlich. Um die 40 Euro sind im Gespräch. Allerdings gab es im Trierer Rat noch Diskussionen über die Modalitäten.

Im Bernkastel-Wittlicher Kreistag wurde beim Tagesordnungspunkt Müll vergangene Woche vor allem über die ins Haus stehende Gebührenanhebung gestritten. Im Kreis von ART-Verbandsvorsteher Gregor Eibes fallen bei der Kalkulation vor allem die immensen Nachsorgekosten für zwei Deponien ins Gewicht; der Hauptgrund, warum die Bürger dort – im Vergleich zu den übrigen Kreisen der Region – künftig besonders tief ins Portemonnaie greifen müssen.

Bei der Einführung der neuen Gebührenstruktur ist der Kreis Bernkastel-Wittlich allerdings auch Vorbild, weil das demnächst in der gesamten Region gültige Modell (Grundgebühr für Tonne beinhaltet bestimmte Anzahl an Leerungen) dort schon seit Jahren existiert. Und die nun häufiger zu hörenden Befürchtungen, dass Zahl und Ausmaß der illegalen Ablagerungen mit Einführung des neuen Systems zunehmen würden, haben sich nach Angaben des Zweckverbands ART jedenfalls in Bernkastel-Wittlich nicht bewahrheitet.

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volksfreund.de/extra

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