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Marienkäfer können Wein verderben

Marienkäfer können Wein verderben

Ganz so harmlos sind die Marienkäfer, die derzeit an manchen Orten der Mosel massenweise auftreten (der TV berichtete) doch nicht. Gelangen die Tiere, die gerne auf Weintrauben sitzen, in sehr großer Zahl in den Weinmost, kann diese zu Fehltönen beim Wein führen.

(sim) Bei dem Insekt, das sich unter anderem in Ürzig in einigen Häusern massenweise ansammelt und zu einer Plage geworden ist, handelt es sich um den Asiatischen Marienkäfer (Harmonia axyridis). Dieser breitet sich seit einigen Jahren in Deutschland stark aus. Das teilte am Freitag Dr. Michael Maixner vom Julius Kühn-Institut (früher Biologische Bundesanstalt) Bernkastel-Kues dem TV mit.

Seit Jahren tritt der Asiatische Marienkäfer in den USA als Weinbau-Schädling in Erscheinung. Die Käfer sammeln sich dort im Herbst vor allem an verletzten Trauben und fressen die süßen Beeren aus. Bei der Lese fallen die Käfer nicht aus den Trauben und geben, wenn sie in die Presse gelangen, eine so genannte "Schrecksubstanz" ab. Und diese überschmeckende Substanz kann den späteren Wein verderben.

In den USA werden die Fehltöne mit „angebrannter Erdnussbutter“ verglichen. Noch sei unklar, so Maixner, ob in Deutschland ähnliche Massenansammlungen dieser Käfer im Weinbau möglich sind. Der Biologe weist darauf hin, dass zur Bekämpfung des Käfers keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel zur Verfügung stehen. Winzer sollten bei der Lese darauf achten, dass keine Käfer ins Lesegut gelangen. In Lagen, in denen der Vollernter fährt, sollte kurz vor der Lese durch Routinekontrollen der Besatz des Asiatischen Marienkäfers geprüft werden.

Werde die Schadschwelle von vier Käfern pro 100 Trauben überschritten, sei eine Vorlese sinnvoll. Im Unterschied zum heimischen 7-Punkt-Marienkäfer treten beim Asiatischen Marienkäfer sieben schwarze Punkte auf den Flügeldecken kaum auf. Das Halsschild zeigt häufig ein schwarze M- beziehungsweise eine W-förmige Zeichnung auf weißem Grund.