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Beitrag zur Bezirksärztekammer sinkt
Schöne Bescherung für regionale Ärzte

 Das von einem Trierer Mediziner erstrittene Urteil ist rechtskräftig. Davon profitieren nach Angaben der Kammerkritiker jetzt auch andere Ärzte.
Das von einem Trierer Mediziner erstrittene Urteil ist rechtskräftig. Davon profitieren nach Angaben der Kammerkritiker jetzt auch andere Ärzte. FOTO: dpa / Rolf Vennenbernd
Trier. Die Kammer senkt im nächsten Jahr ihren Beitrag – nicht ganz freiwillig, wenn man den Kritikern glauben darf. Von Rolf Seydewitz

Die 2600 Ärzte in der Region Trier können sich über eine vorweihnachtliche Bescherung freuen: Im nächsten Jahr wird ihr Beitrag zur Bezirksärztekammer kräftig gesenkt – um 15 Prozent. Dies hätten die 30 Delegierten auf der Vertreterversammlung Ende November einstimmig beschlossen, heißt es auf einer im Internet verbreiteten Mitteilung der Kammer.

Wie hoch der Jahresbeitrag eines Arztes ist, hängt von seinem Verdienst ab. Niedergelassene Ärzte zahlen nach Angaben der Bezirksärztekammer derzeit durchschnittlich 441 Euro im Jahr, angestellte Mediziner 250 Euro. Im ersten Fall macht die jährliche Ersparnis 66,15 Euro aus, bei angestellten Medizinern sind es immerhin noch 28,65 Euro.

Glaubt man Kai Böddinghaus vom Bundesverband für freie Kammern (bffk), ist die kräftige Beitragsreduzierung in erster Linie einem seiner Mitglieder zu verdanken. Der Trierer Orthopäde Wolfgang Ortlieb hatte nämlich mit Unterstützung des bffk gegen einen Beitragsbescheid der Bezirksärztekammer vor dem Verwaltungsgericht geklagt und letztlich Recht bekommen. Die Argumentation des Trierer Mediziners: Die Kammer habe zu viel Geld angehäuft und von ihren Mitgliedern deshalb zu hohe Beiträge verlangt.

Ist die Beitragsreduzierung wirklich ein Resultat des Trierer Richterspruchs? „Das Urteil haben wir gelesen“, sagt Ärztekammer-Geschäftsführer Paul Hauschild, und natürlich hänge die beschlossene Beitragssenkung auch damit zusammen. Aber eben nicht nur, schränkt der Geschäftsführer ein. So sei auch in der Vergangenheit der Beitrag schon häufiger mal erhöht oder auch wieder reduziert worden.

Dass es in Zukunft auch mal wieder in die andere Richtung gehen kann, wird den Ärzten in der im Internet verbreiteten Mitteilung angedeutet. Wenn die Rücklagen abgebaut seien, müsse der Beitrag in Zukunft wieder angepasst werden, heißt es darin etwas verklausuliert.

Die Kammerkritiker vom Bundesverband für freie Kammern haben derweil bereits ihr nächstes Ziel angepeilt. Nach Meinung von bffk-Geschäftsführer Kai Böddinghaus wird auch die rheinland-pfälzische Landesärztekamer „um einen deutlichen Vermögensabbau nicht umhinkommen“.