| 16:02 Uhr

Waffen
Mehr als 50 000 Waffen sind in der Region registriert

Trier. Vor allem in Trier-Saarburg ist die Zahl sehr hoch. Viele Besitzer haben in den vergangenen Monaten freiwillig illegale Pistolen, Gewehre und Stichwaffen abgegeben.

Über 100 illegale Waffen wurden in den vergangenen Monaten bei den Waffenbehörden in der Region freiwillig von ihren Besitzern abgegeben. Hintergrund ist eine bundesweite gesetzliche Regelung, die es Besitzern von nicht registrierten und damit illegalen Waffen ermöglicht, diese innerhalb eines Jahres abzugeben und damit straffrei zu bleiben.

Insgesamt gingen in der Region auf diese Weise 209 Waffen (darunter Pistolen, Gewehre, Hieb- und Stichwaffen) an die Behörden, 126 davon waren illegal, wie eine Nachfrage unserer Zeitung ergeben hat. Landesweit wurden 6651 Schusswaffen bei der Polizei und den Waffenbehörden der Kreis- und Stadtverwaltungen abgegeben, 2847 waren nicht registriert. Innenminister Roger Lewentz (SPD) wertet die bundesweite Amnestie positiv. „Jede schussfähige Waffe in nicht berechtigten Händen kann eine potenzielle Gefahr darstellen“, sagt er.

Wie viele illegale Waffen es in Rheinland-Pfalz gibt, wird statistisch nicht erfasst. Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland bis zu 20 Millionen nicht registrierter Waffen existieren.

Der Polizei und den Behörden macht vor allem der schwunghafte Schwarzhandel über das sogenannte Darknet Sorgen. Über den schwer zu kontrollierenden Teil des Internets, in den man nur über spezielle Zugänge kommt, kann man vergleichsweise einfach und anonym Waffen jeglicher Art kaufen.

Benno Langenberger, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, begrüßt, dass durch die 2009 nach dem Amoklauf im baden-württembergischen Winnenden ermöglichte und in wiederkehrenden Abständen angebotene Amnestie die Besitzer motiviert würden, illegale Waffen abzugeben. „Natürlich werden durch eine Amnestie keine Kriminellen bekehrt. Aber der unkontrollierte Waffenbestand in der Bevölkerung reduziert sich insgesamt. Und das ist ein Gewinn“, sagt Langenberger  unserer Zeitung.

In keinem anderen Bundesland gibt es mehr zugelassene Waffen als in Rheinland-Pfalz. Statistisch gesehen kommen auf 1000 Einwohner 95 Waffen. Bayern folgt auf dem zweiten Platz mit 89 registrierten Waffen pro 1000 Einwohnern.

In der Region sind über 52 000 Waffen von rund 9700 Besitzern bei den Kreisverwaltungen und der Stadt Trier gemeldet. Im Schnitt befinden sich also bei jedem Waffenbesitzer mindestens fünf Pistolen oder Gewehre in den Schränken.

Die meisten registrierten Waffen gibt es in der Region im Kreis Trier-Saarburg: 15 568 Waffen und 2839 Besitzer. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm sind 13 587 Waffen bei 3006 Besitzern registriert, in Trier besitzen 749 Bürger 4422 Waffen.

Das zeige, sagt Polizei-Gewerkschaftschef Langenberger, dass in Rheinland-Pfalz sehr viele Waffen in Privatbesitz seien und es deshalb sinnvoll gewesen sei, Waffenbesitzer durch eine Amnestie zur Abgabe ihrer Waffen zu motivieren.