Waffenbesitz : Mehr als 8000 Waffenbesitzer sind in der Region registriert

Waffenbesitz : Mehr als 8000 Waffenbesitzer sind in der Region registriert

Die Behörden haben im vergangenen Jahr rund 400 Kontrollen durchgeführt. Wie viele illegale Gewehre und Pistolen gehortet werden, ist unbekannt.

Nachdem Polizei und Mitarbeiter der zuständigen Waffenbehörde bei einem Waffenhändler, der im Verdacht steht, zu der Reichsbürger-Bewegung zu gehören, in Kordel (Trier-Saarburg) über 800 Gewehre sichergestellt haben (der TV berichtete), stellt sich die Frage, wie Waffenbesitzer in der Region kontrolliert werden. Und wie viele möglicherweise illegale, nicht registrierte Gewehre und Pistolen heimlich gehortet werden.

Laut einer Umfrage des TV bei den Waffenbehörden der vier Landkreise und der Stadt Trier gibt es derzeit rund 8200 Waffenbesitzer in der Region. Die meisten davon, nämlich 2342, sind im Eifelkreis Bitburg-Prüm registriert. Zumeist handelt es ich bei ihnen um Jäger und Sportschützen, häufig sind aber auch Sammler darunter. Jede Waffe muss bei der zuständigen Behörde registriert werden. Allein im Kreis Bernkastel-Wittlich sind von rund 1700 Besitzern über 11 256 Waffen registriert.

Wie hoch die Zahl der illegalen Waffen in der Region ist, darüber gibt es keine genauen Angaben. Bis Juli vergangenen Jahres wurden im Zuge einer einjährigen, vom Bundesinnenministerium eingeräumten Straffreiheit für die freiwillige Rückgabe von nicht registrierten Waffen 195 Gewehre und Pistolen bei den Behörden abgegeben. Bei den meisten davon dürfte es sich um vererbte Waffen handeln, für die die neuen Besitzer keine Erlaubnis hatten. Normalerweise drohen bei illegalem Waffenbesitz Geld- oder Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren.

Bei den 399 zumeist angemeldeten Kontrollen, die die Waffenbehörden in der Region im vergangenen Jahr durchgeführt haben, 223 davon allein im Eifelkreis Bitburg-Prüm, hat es nur eine Anzeige wegen illegalen Waffenbesitzes gegeben. Der häufigste Grund für Beanstandungen durch die Kontrolleure ist, dass die Waffen nicht wie gesetzlich vorgeschrieben in einem eigens dafür vorgesehenen, abschließbaren Schrank aufbewahrt werden. Auch wird immer mal wieder nicht erlaubte Munition gefunden.

Wenn wie im Fall des Kordeler Waffenbesitzers gerichtsfest nachgewiesen ist, dass es sich um einen Reichsbürger handelt, der die Bundesrepublik Deutschland nicht anerkennt, wird die Waffenberechtigung entzogen. Nach TV-Recherchen gibt es derzeit auch im Kreis Bernkastel-Wittlich einen solchen Fall.

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