Mehr als ein Viertel zusätzliche Besucher im Stadtmuseum

Trier · 37.838 Besucher – und damit rund 10.000 mehr als im Vorjahreszeitraum – zählte das Stadtmuseum Simeonstift von Oktober 2008 bis Oktober 2009. Die Jahresbilanz stellte Museumsleiterin Elisabeth Dühr in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses vor.

(woc) Mit 27.000 Besuchern war die Mode-Ausstellung „Rendezvous auf dem Laufsteg: 50 Jahre Barbie – 50 Jahre Trierer Mode“ die populärste Sonderausstellung des Trierer Simeonstifts im vergangenen Jahr. Insgesamt besuchten das städtische Museum von Oktober 2008 bis Oktober 2009 exakt 37.838 Kunstinteressierte. „Und damit rund 10.000 mehr als im Vorjahreszeitraum“, bilanziert Museumsleiterin Dühr. Das Besucherplus sei auch der Ausweitung des pädagogischen Angebots zu verdanken. „Unser Programm, zu dem sich Kindertagesstätten anmelden können, ist auch für 2010 schon sehr gut gebucht.“ Auch Kindergeburtstage können im Museum gefeiert werden, ihre Zahl hat sich im vergangenen Jahr verdreifacht. Statt des „langen Dienstags“ bietet das Museum seit Januar 2009 jeden Dienstag eine Abendführung um 20 Uhr an. „Die sind besser besucht – und helfen uns beim Sparen“, sagte Dühr. Denn eine Führung müsse nur von einem Museumsmitarbeiter begleitet werden, während bei langen allgemeinen Öffnungszeiten in jedem Raum Mitarbeiter für Sicherheit sorgen müssen. Ebenso werde der eintrittsfreie erste Sonntag im Monat sehr gut angenommen – besonders von Besuchern, die sonst nicht den Weg zum Museum fänden.

Für neues Publikum sorgte auch die „ArtBeat“-Party, die das Museum zusammen mit dem Trierer Veranstalter „Trick17“ zwischen zwei Sonderausstellungen organisiert hat. „Die Sonderflächen stehen dann schließlich leer“, erklärte Dühr. Rund 1200 Leute hat die Party gelockt. „Von denn 1080 wohl noch nie hier waren – eine sehr gute Werbung für uns.“

Geld ausgegeben hat das Museum im vergangenen Jahr hauptsächlich für die Pflege und Erhaltung seiner 25.000 Stücke Kunstbesitz. Zum Beispiel für die Restaurierung eines koptischen Kopfputzes aus dem vierten Jahrhundert. Um den alten Stoff zum dreidimensionalen Modell umzuarbeiten, mussten rund 66.000 einzelne Fäden miteinander verwoben werden. „Eine sehr zeitaufwendige Handarbeit, wie nahezu allen Restaurierungen“, erklärte Dühr. Das Museum kauft auch Exponate an, ausschließlich Treverensien, also Stücke aus Trier und der Großregion. Zu den Neuanschaffungen im vorigen Jahr zählen unter anderem zwei vollständige Service der Trierer Porzellanmanufactur aus den 1820er-Jahren. Eines davon erstand das Museum beim Auktionshaus Metz in Heidelberg. „Das andere haben wir in Costa Rica gekauft von einer Triererin, die es vor Jahrzehnten dorthin verschlagen hat“, berichtete Dühr.

Auch Schenkungen haben im vergangenen Jahr den Museumsbesitz ergänzt. „Der Kurator der Modeausstellung, Fachhochschul-Dozent Ralf Schmitt, hat uns 40 an der Trierer Modeschule gefertigten Modelle aus den 1950er- und 1960er-Jahren geschenkt“, freute sich Dühr. Die Modeausstellung des Museums könne so ergänzt und die Trierer Modegeschichte nahezu nahtlos dargestellt werden. Zumal das Museum auch kontinuierlich aktuelle Diplomarbeiten der FH-Modeabsolventen ankauft.

Kommende Ausstellungen:
31. März bis 27. Juni 2010:
Werke des aus Trier stammenden jüdischen Künstlers Max Lazarus, der 1938 in die USA emigrierte. Lazarus hat auch als Synagogenmaler einen Namen. Unter anderem sollen bislang noch unbekannte Innenansichten der alten Trierer Synagoge am Zuckerberg ausgestellt werden.

18. Juli bis 24. Oktober 2010:
„Raue Schönheit – Eifel und Ardennen im Blick der Künstler“, unter anderem mit Werken von Victor Hugo.

14. November bis 12. Dezember:
„foto trier – leben elementar“, kuratiert vom bekannten Berliner Spezialisten für aktuelle Kunstfotografie Christoph Tannert.

19. Dezember bis Februar 2011: Ausstellung zum Rambeaux-Preis der Stadt Trier

April 2011 bis Juli 2011: Ausstellung „Armut – Perspektiven in Kunst und Gesellschaft“, in Kooperation mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Universität Trier.

Für 2013 geplant:
Ikonografie zu Karl Marx, Selbstinszenierung und Fremdinszenierung (im Vorfeld zum Jubiläumsjahr 2018, Karl Marx’ 200. Geburtsjahr). (woc)

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