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Milliardenschweres Hilfspaket für angeschlagene Unternehmen

Kostenpflichtiger Inhalt: Coronavirus : Wie ein milliardenschweres Hilfspaket Unternehmen in der Region retten soll

Eine Blitzumfrage zeigt, wie arg die Corona-Krise den Betrieben in der Region Trier zusetzt. Im Eiltempo von Bund und Land beschlossene Finanzspritzen sollen das Schlimmste verhindern.

Ob Freischaffende, Angestellte oder Unternehmer – die wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise sind heftig, teilweise stehen Existenzen auf dem Spiel. Rheinland-Pfalz verabschiedete am Freitag ein milliardenschweres Hilfspaket für Unternehmen und das Gesundheitssystem. Parallel dazu segnete der Bundesrat die zuvor schon vom Bundestag beschlossenen Hilfen in Milliardenhöhe sowie Steuererleichterungen ab.

Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten können danach – Hilfen von Bund und Land zusammengerechnet – Soforthilfen von bis zu 19 000 Euro bekommen, Firmen mit bis zu zehn Mitarbeitern 25 000 Euro und Betriebe mit bis zu 30 Beschäftigten 39 000 Euro. Zu Soforthilfen zählen dabei Zuschüsse und Darlehen.

Die Bundesregierung arbeite mit Hochdruck daran, dass die Gelder so schnell wie möglich ausgezahlt werden könnten, teilte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums mit. Nach Angaben der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz kann die Hilfe des Bundes ab Montagnachmittag über ein Online-Formular auf der ISB-Seite beantragt werden. Darüber hinaus hat die KfW-Förderbank ein unbegrenztes Sonder-Kreditprogramm für Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler aufgelegt – mit vereinfachten Zugangsbedingungen und Konditionen.

Um einen Antrag zu stellen, wendet man sich an die Hausbank oder einen Finanzierungspartner, erklärt die KfW. Finanzierungspartner kann demnach jede Geschäftsbank, Genossenschaftsbank oder Sparkasse sein. Experten warnen, dass sich die Liquiditätsproblematik mit zurückzuzahlenden Darlehen eventuell verschiebt – und man nach der Krise doppelt belastet ist, weil man den Lebensunterhalt stemmen und den Kredit abbezahlen muss.

Die jetzt von Land und Bund beschlossenen Hilfen für die Wirtschaft sind bitter nötig. Nach einer aktuellen Blitzumfrage der IHK Trier hat sich die wirtschaftliche Situation der regionalen Unternehmen dramatisch verschlechtert. Laut Hauptgeschäftsführer Jan Glockauer klagt über die Hälfte der befragten regionalen Unternehmen über Nachfragerückgänge.

Die stärksten Umsatzrückgänge erwarten demnach die regionale Reisewirtschaft und das Gastgewerbe, gefolgt von Großhandel, unternehmensbezogenen Dienstleistern und dem Einzelhandel. Bei 40 Prozent stehe der Betrieb größtenteils oder komplett still, vier von zehn Betrieben meldeten Auftragsstornierungen, Investitionskürzungen oder Liquiditätsengpässe. Mehr als zehn Prozent der Unternehmen drohe ohne Unterstützung sogar die Insolvenz.

Im Baugewerbe sieht es derzeit am wenigsten schlecht aus, so die IHK Trier.