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Millionen für Hochwasserschutz

Umwelt : Millionen für Hochwasserschutz

Rund 40 Bürger kamen im vergangenen Oktober ins Bürgerhaus Oberemmel, um von Vertretern der Verbandsgemeinde zu erfahren, wie der Konzer Ortsteil vor Hochwasser geschützt werden kann. Ziel sei es, so hieß es an dem Abend, das Wasser möglichst fern der Ortslage zu halten.

Unter anderem soll der in den Ort hinein fließenden Mawel- und Oberemmeler Bach teilweise renaturiert werden. Und der Hochwasserabfluss der um Oberemmel liegenden Weiher soll optimiert werden.

In der Nacht zum Dienstag wird einer dieser Weiher, der Oberste Weiher, den Bewohnern des Ortes zum Verhängnis. Nach ergiebigem Starkregen läuft er über, das Wasser überflutet ein Mehrfamilienhaus und ein Weingut. Das im Oktober vorgestellte Hochwasserschutzkonzept wurde noch nicht umgesetzt. Anders als in Aach (Trier-Land). Dort wurde vor einem Jahr vom Gemeinderat ein Grundsatzbeschluss zur Hochwasservorsorge beschlossen. Bereits mehrmals war der Ort von Überflutungen betroffen, 1998 und 2000. Daraufhin wurden Schutzmaßnahmen an den beiden Ortsbächen Rolkemsbach und am Klinkbach durchgeführt. Trotzdem hat sich nun unter anderem der Klinkbach in einem reißenden Strom verwandelt und Teile des Ortes überflutet.

Die beiden Beispiele zeigen, dass spätestens nach zum Teil verheerenden Überschwemmungen im Jahr 2018 in der Region das Thema Hochwasserschutz vielerorts eine zentrale Rolle spielt. Allein in der Verbandsgemeinde Bitburg-Land entstanden damals Schäden in Höhe von 15 Millionen Euro. Das Land unterstützt seitdem die Kommunen bei der Hochwasservorsorge. Laut rheinland-pfälzischem Umweltministerium erarbeiten 700 Gemeinden derzeit Strategien, um sich vor Hochwasser und Überflutungen durch Starkregen zu schützen. An großen Flüssen sollen Deiche und Überlaufflächen entstehen. So beteiligt sich das Land mit fast sechs Millionen Euro an der Erneuerung des Moseldeiches in Trier-Nord. Auf dem etwas mehr als zwei Kilometer langen Deich soll ein Radweg und eine Uferpromenade entstehen. Hochwasserschutz heiße nicht, „eine monotone Betonwand zwischen Mensch und Fluss zu ziehen. Mit der Vorlandgestaltung werden Uferbefestigungen zurückgebaut, die Uferzonen abgeflacht und die Flussaue aufgeweitet, damit sich das Wasser in dieser Fläche seinen Weg suchen kann, ohne Menschen zu gefährden“, sagte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) beim Spatenstich zum letzten Bauabschnitt des Projektes im vergangenen November.

Laut Auskunft des Ministeriums wurden seit Anfang der 1990er Jahre mehr als 700 Millionen Euro in die Errichtung von Hochwasserschutzanlagen investiert. Ein Teil davon ist auch in die Region geflossen, so etwa 1,5 Millionen Euro nach Trier für die Renaturierung von Bächen. Auch in die Vulkaneifel sind zwischen 2017 und 2018 2,5 Millionen Euro für Renaturierungsmaßnahmen geflossen. Mit 4,5 Millionen Euro unterstützte das Land in dem gleichen Zeitraum den Hochwasserschutz in Wittlich.Im November übergab Höfken Förderbescheide von 464 000 Euro an die Verbandsgemeinde Bitburg-Land, um dort den Hochwasserschutz zu verbessern.