Missbrauch – Rom bestraft Trierer Bistumspriester

Kriminalität : Missbrauch – Rom bestraft Trierer Bistumspriester

Weil er sich mehrfach an Minderjährigen vergangen hat, darf ein Trierer Bistumspriester nicht mehr öffentlich als Kleriker auftreten und seinen priesterlichen Dienst ausüben. Das hat nach einer Mitteilung des Bistums die römische Glaubenskongregation entschieden.

Der Ruhestandspriester, der nicht mehr im Bistum Trier lebe, hat sich demnach in den frühen 1980er Jahren des sexuellen Missbrauchs an zwei Minderjährigen schuldig gemacht – im Fall eines Jugendlichen unter 16 Jahren des mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs. Damals war er Pfarrer in einer Koblenzer Gemeinde.

Der Priester habe den Missbrauch eingeräumt. Zeitgleich mit der Bekanntgabe des römischen Strafdekretes Ende des vergangenen Jahres habe sich unabhängig davon eine weitere Person beim Bistum gemeldet. Deshalb laufe nun eine neue kirchenrechtliche Voruntersuchung gegen den Mann.

Nach Angaben einer Bistumssprecherin wurde die Koblenzer Staatsanwaltschaft über die neuen Vorwürfe informiert. In den zuvor bekannten Missbrauchsfällen seien die Ermittlungen wegen Verjährung eingestellt worden.

Über das Alter des Priesters wurde zunächst nichts bekannt. Die betroffenen Kirchengemeinden seien informiert worden, sagte die Sprecherin volksfreund.de

Seit 2010 haben sich nach Bistumsangaben 162 Opfer gemeldet. Von 77 Frauen und Männern wurden bereits verstorbene Priester beschuldigt, von 85 Personen noch lebende Geistliche. 53 wegen Missbrauchs beschuldigte Priester seien bereits verstorben, 36 lebten noch. Bislang seien 105 Anträge auf finanzielle Leistungen in Anerkennung des erlittenen Leids bewilligt und insgesamt 506 000 Euro ausgezahlt worden; allerdings nicht aus Kirchensteuermitteln, wie das Bistum betont.