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Freizeit: Mit App oder QR-Code schneller zum Bier

Freizeit : Mit App oder QR-Code schneller zum Bier

Es gibt viele Möglichkeiten der digitalen Registrierung. Nur: Warum werden sie kaum genutzt?

Ist das lästig! Wer derzeit ins Restaurant geht oder mal kurz im Schwimmbad seine Runden drehen möchte, kommt an der Registrierung nicht vorbei. Überall liegen an den Eingängen Listen bereit, damit die Besucher ihren Namen, ihre Anschrift, Telefonnummer und den Zeitpunkt des Eintreffens eintragen können. Was heißt können? Müssen! „Die Kontaktnachverfolgbarkeit ist sicherzustellen“, heißt es etwa in der rheinland-pfälzischen Corona-Bekämpfungsverordnung.

Für die Gäste ist das ständige Eintragen ärgerlich, aber auch den Gastronomen und Veranstalter geht die Zettelwirtschaft auf die Nerven. Dabei gibt es längst etliche digitale Alternativen, auch wenn die in der Praxis bislang eher selten zum Einsatz kommen. Der Trierer Wirt und Kommunalpolitiker Norbert Freischmidt hat am Eingang seiner Kneipe Cubiculum neben den normalen Besucherlisten schon seit vier Wochen auch ein Tablet liegen, über das sich die Gäste registrieren können. „Das Prozedere ist einfach“, sagt Freischmid und verweist darauf, dass ein Großteil des überwiegend studentischen Publikums das Angebot auch nutze.

Wer sich für auf der von dem Trierer Startup Unterpunkt9 entwickelten Anwendung  einmal registriert und einen sogenannten QR-Code bekommen hat, hat das Formale bei seinem nächsten Kneipenbesuch schnell erledigt. Einmal den QR-Code über das bereitliegende Tablet gehalten – und schon ist der Besucher vorschriftsgemäß an- und beim Verlassen auch wieder abgemeldet.

Die Daten würden doppelt verschlüsselt, versprechen die Trierer Entwickler, und überdies – wie gesetzlich vorgeschrieben – vier Wochen nach dem Besuch wieder gelöscht. Wer seinen individuellen QR-Code verliert, muss sich nicht sorgen. Die Daten würden einen Monate nach der letzten Anmeldung unwiderruflich aus dem System gelöscht, versprechen die ursprünglich aus der Spieleentwicklerbranche kommenden jungen Entwickler. Durch die coronabedingte Pflicht zur Erfassung persönlicher Daten an vielen Stellen seien sie dann auf die Idee mit der elektronische Besucherliste gekommen, sagt Firmenmitinhaber René Hermann.

Die Trierer Jungunternehmer sind nicht die einzigen Kreativen, die die bürokratischen Auswüchse der Corona-Epidemie zu einer Geschäftsidee inspiriert haben. Wer im Internet nach Alternativen zu den vielerorts vorgeschriebenen Dokumentationspflichten sucht, wird schnell fündig. Es gibt Dutzende Apps und andere digitale Angebote, die alle ähnlich aufgebaut sind  Die App Binda! wirbt mit einer intelligenten Kontakterfassung für Betriebe und einem einfachen Check-In für Gäste. Auch die App Herein! verspricht Veranstaltern, Gastronomen oder Besuchern, den lästigen Registrierungsprozess zu ersparen. Die Anwendung sei bequem, datensicher und hygienisch, versprechen die Macher.

Die meisten digitalen Alternativen zur schriftlichen Anmeldung werben damit, dass sie für die Besucher immer kostenlos sind und für die Betriebe häufig. Einige Entwickler bieten aber auch Zusatzleistungen an, die dann kosten.

Dass trotz der zahlreichen Angebote immer noch viele Veranstalter, Gastronomen oder auch Vereine keine digitale Registrierung haben, dürfte einen einfachen Grund haben. Sie warten wohl noch ab, welches der zahlreichen Systeme sich am Ende durchsetzt. Einige wiederum dürften darauf hoffen, dass die Pflicht zur Kontaktnachverfolgbarkeit, wie es im Amtsdeutsch heißt, in absehbarer Zeit wieder vom Tisch ist.