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Mit Projekten gegen Arbeitslosigkeit

Mit Projekten gegen Arbeitslosigkeit

Die „Aktion Arbeit“ im Bistum Trier unterstützt Projekte für Langzeitarbeitslose mit 75.000 Euro. Das hat der Vergabeausschuss der „Aktion Arbeit“, der Solidaritätsaktion im Bistum Trier für Arbeitslose beschlossen.

Das Geld kommt vor allem sogenannten Ausbildungs-Patenschaften zugute. In diesen Projekten begleiten ehrenamtliche Paten Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf, leisten Hilfe bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz und helfen bei Bewerbungen. Derzeitig beteiligen sich im Bistum Trier fünf Dekanate an dem Projekt: Karden-Martental, Cochem-Zell, Kirchen, Daun und Saarbrücken. „Das ist eine sehr gute Sache“, sagte der Geschäftsführer der „Aktion Arbeit“, Rudolf Hammes, „weil insbesondere die Abgänger aus den Hauptschulen, beziehungsweise der Realschule plus, es auf dem Arbeitsmarkt am schwersten haben.“ So erhält der Caritas-Verband Mosel-Eifel-Hunsrück 7.000 Euro für sein Patenschafts-Projekt.

Die „Aktion Arbeit“ unterstützt mit 10.000 Euro auch ein Partnerschaftsprojekt im Bistum Magdeburg. Von dem Geld kann der landwirtschaftliche Hof „Gut Glüsig“ einen neuen Traktor kaufen. Der Hof in Trägerschaft des Caritasverbands Magdeburg fördert in Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogrammen besonders Langzeitarbeitslose, Menschen ohne ausreichend berufliche Qualifikation, Behinderte und Migranten. Weitere 10.000 Euro erhält das Sozialkaufhaus LISA in Bad Breisig, das ebenfalls Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für schlecht vermittelbare Arbeitslose bietet. Das Projekt „Hilfe für Langzeitarbeitslose“ der Katholischen Kirchengemeinde St. Josef in Saarbrücken berät und betreut Arbeitslose durch sozial-pädagogische Fachkräfte und beschäftigt Sozialhilfeempfänger. Dieses Projekt wird von der „Aktion Arbeit“ mit 6.540 Euro unterstützt.

Am Rande des Vergabeausschusses kritisierte Hammes die aktuelle Diskussion um Hartz-IV-Empfänger. „Es ist unverantwortlich, was da gerade geschieht. Wir haben in Deutschland sicherlich Missbrauch der Sozialleistungen, aber alle Arbeitslosen über einen Kamm zu scheren ist nicht zulässig.“ Das Grundproblem sei vielmehr das Fehlen von Arbeitsplätzen, besonders für Leute mit geringer oder falscher Qualifikation, erklärte Hammes weiter. „Diese Menschen abzustempeln und auszusortieren ist eine Situation, die für uns Christen aus unserem sozialethischen Grundverständnis unannehmbar ist.“

EXTRA: Die „Aktion Arbeit“ wurde 1983 vom damaligen Trierer Bischof Dr. Hermann Josef Spital gegründet, als die Arbeitslosenzahl in Westdeutschland zum ersten Mal die Zwei-Millionen-Grenze erreicht hatte. Sie hilft bei der Projektfinanzierung bestehender Initiativen, berät beim Aufbau neuer Projekte, vertritt die Interessen der Arbeitslosen nach Außen und engagiert sich in der politischen Bildung. Die „Aktion Arbeit“ finanziert sich durch Spendengelder. Personal- und Sachkosten trägt das Bistum Trier.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.aktionarbeit.bistum-trier.de.