Mobilfunkauktion: 430 Ortschaften in der Region Trier unterversorgt

Trier/Mainz · Die Region Trier könnte von der Versteigerung der neuen mobilen Internetverbindungen profitieren. Die vier zugelassenen Bieter für die frei gewordenen Frequenzen haben sich verpflichtet, schnelles Internet über Funk zunächst in ländliche Gebiete zu bringen.

(wie) 430 weiße Flecken gibt es in der Region. In so vielen Orten und Gemeinden gibt es keine ausreichende Versorgung mit schnellen Internetverbindungen. So hat zum Beispiel in Trittenheim und Binsfeld im Landkreis Bernkastel-Wittlich weniger als die Hälfte der Haushalte einen schnellen Internet-Anschluss, auch Leiwen und Pölich (Trier-Saarburg) zählen nach einer Aufstellung der Bundesnetzagentur zu den technologisch unterentwickelten Orten. Gerade mal zwei Drittel der Bevölkerung in der Region haben einen schnellen Internetzugang.

Das soll sich bis spätestens 2016 ändern. Bis dahin sollen vier große Mobilfunkanbieter (T-Mobile, Vodafone, O2, E-Plus) alle weißen Internet-Flecken schließen. Statt teure Breitbandkabel zu verlegen, sollen ländliche Gebiete per Funk ans weltweite Datennetz angeschlossen werden. Seit gestern werden dazu Frequenzen von der Bundesnetzagentur in Mainz versteigert. Die Erlöse gehen an den Bund. Experten rechnen mit rund sieben Milliarden Euro zusätzlicher Einnahmen für den Staatshaushalt. Die Frequenzen sind frei geworden, nachdem die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ihre Programme überwiegend digital ausstrahlen und nur mit speziellen Empfängern gesehen werden können. Auch nicht mehr genutzte Funkfrequenzen der Bundeswehr sollen künftig für den mobilen Internetempfang genutzt werden.

Wie das Internet per Funk zu den Nutzern komme, etwa über eine Handyverbindung oder eine zusätzliche Hausantenne, sei den Anbietern überlassen, sagte ein Sprecher der Bundesnetzagentur unserer Zeitung. Die Mobilfunkanbieter seien verpflichtet, zunächst Gemeinden mit bis zu 5000 Einwohnern mit dem Funk-Internet zu versorgen, sagte der Behördensprecher. Erst danach dürfen sie auch größere Städte und Ballungszentren anschließen. „Das wird dem Ausbau mit schnellem Internet im ländlichen Raum einen weiteren Schub geben“, sagt der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering. Im Gespräch mit unserer Zeitung schlägt er vor, dass der Bund die Einnahmen aus der Versteigerung dazu nutzt, zusätzlich in unterversorgten Regionen Breitband-Kabel zu verlegen. Kritiker befürchten, dass die Anbieter mobilen Internets weniger ein Interesse daran haben, ländliche Regionen zu versorgen, als vielmehr damit mehr Internet-Dienste für Handys oder neue Geräte wie das iPad anbieten zu können.