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Monika Blankenberg präsentiert „Altern ist nichts für Feiglinge“

Kabarett : Vom hauptberuflichen Altern

Die Kabarettistin Monika Blankenberg war  zu Gast im großen Saal der Tuchfabrik in Trier – vor überwiegend weiblichem Publikum.

Bereits im Vorverkauf fanden über 70 Karten ihre Besitzer und der ursprünglich für den kleinen Saal vorgesehene Auftritt von Monika Blankenberg mit dem Programm „Altern ist nichts für Feiglinge“ wurde in den großen Saal verlegt. Die für viele Menschen noch ungewohnten Regeln – es gibt keine freie Platzwahl – und die Abfrage des Impfstatus sowie der Kontaktdaten dienen zwar der Sicherheit aller, führen aber zu leichten Verzögerungen an der Kasse.

Doch um etwa 20.15 Uhr betritt eine 1,76 Meter große, blonde Frau mit Schuhgröße 42 die Bühne mit den Worten: „Mein Name ist Monika Blankenberg, ich komme aus Köln und ich altere hauptberuflich.“ Mehr Zahlen zu ihrer Person gibt es an diesem Abend nicht von ihr, aber ihr Programm „Altern ist nichts für Feiglinge“ und das Durchschnittsalter ihrer Zielgruppe lassen Schätzungen zu. Ihre Bühnenprogramme finden vor allem beim weiblichen Ü50-Publikum großen Anklang.

So auch in Trier. Ein Frauen­clübchen hat es sich bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung in der zweiten Reihe mit einer Flasche Sekt und Plastikgläsern gemütlich gemacht und glüht schon mal vor. Überhaupt sitzen vorwiegend Frauen im großen Saal – vielleicht zehn Prozent männliche Besucher sind auszumachen. Sind denn humorvolle Geschichten um Falten, Übergewicht und körperliche Beschwerden kein Thema bei Männern? Monika Blankenberg findet: „Die stellen sich mit Mitte 20 vor den Spiegel und sehen einen knackigen jungen Mann. Dieses Bild brennt sich ein.“ So komme es, dass sie dieses Selbstbild von sich noch haben, wenn sie längst alt und übergewichtig seien. Frauen würden sich das Leben oft selbst schwer machen, weil sie sich auf ihr Aussehen reduzieren ließen. Das Publikum – auch das männliche – applaudiert. An dieser Behauptung scheint also etwas dran zu sein. 

 Kabarettistin Monika Blankenberg bei ihrem Auftritt in der Tuchfabrik in Trier.
Kabarettistin Monika Blankenberg bei ihrem Auftritt in der Tuchfabrik in Trier. Foto: Karin Pütz

Blankenbergs Authentizität und die Fähigkeit, sich selbst auf die Schippe zu nehmen, machen aus ihrem Auftritt einen Gute-Laune-Booster für alle Anwesenden. Ohnehin gebe es gar keine schlechte Laune, stellt die Kabarettistin klar. „Schlechte Laune ist nur stark abgenutzte gute Laune.“ Ihre Pointen sitzen, ihre Geschichten spielt sie bildhaft vor. Ob das Anziehen einer Fein­strumpf­hose, der Besuch in einem Fitness­studio oder die für sie unverständliche Jugend­sprache – diese Themen kommen direkt aus dem Leben.

Geboren in eine karnevals­affine Familie, stand Monika Blankenberg bereits früh auf der Bühne und hat sich immer schon nebenberuflich in verschiedenen Theaterformen bewegt. Politisches Kabarett macht sie nicht, aber zur einen Tag später stattfindenden Bundestagswahl erklärt sie: „Zum Glück ist der Karneval ja morgen vorbei“, und sie vergleicht die Kanzlerkandidatur mit einem Dreigestirn: „Prinz Olaf, Bauer Armin und Jungfrau Annalena.“ Auf der Bühne verkörpert Blankenberg die starke Frau von nebenan, die die Widrigkeiten im Leben auf den Punkt bringt und klare Kante gegenüber Altersdiskriminierung zeigt.

Der Höhepunkt ihrer Show ist die Verwandlung in die 88-jährige Oma Anna, der es gelungen ist, im Altersheim Haus­verbot zu bekommen.