Morbach: Ein Skelett auf Wanderschaft

Dass Schurken an ihre alte Wirkungsstätte zurückkehren, ist eine alte Volksweisheit. In einem Fall hat dies 200 Jahre gedauert. Der Räuberhauptmann Schinderhannes, vielmehr sein Skelett, ist ab sofort im Hunsrücker Holzmuseum in Weiperath, Einheitsgemeinde Morbach, zu sehen. Die Tasache, dass es überhaupt erhalten ist, ist einem heute „merkwürdig anmutenden" medizinischen Forschungsinteresse zu verdanken, wie Michael Pinter vom Holzmuseum erklärt. Unmittelbar nach der Hinrichtung in Mainz nahmen Ärzte medizinische Experimente an den Leichen vor. Körper und Kopf wurden in die Anatomie der Universität Heidelberg gebracht. Nach einer „Ausleihe" der Gebeine nach Frankfurt kamen sie ohne Kopf zurück. Der heute in der Ausstellung gezeigte Kopf stammt von einem anderen Schädel.