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Kriminalität: Mordanklage: Onkel mit der Axt erschlagen

Kriminalität : Mordanklage: Onkel mit der Axt erschlagen

(sey) Weil er im November seinen Onkel mit einer Axt erschlagen hat, muss sich demnächst ein 59-jähriger Mann aus Utscheid (Eifelkreis Bitburg-Prüm) vor dem Trierer Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat den seit der Tat in Untersuchungshaft sitzenden Mann wegen heimtückischen Mordes angeklagt.

Nach den Ermittlungen der Trierer Mordkommission hatte es zwischen dem Utscheider und dem im selben Ort lebenden 80-jährigen Onkel schon längere Zeit gekriselt.  Der 59-Jährige, der sich um die Versorgung des Onkels kümmerte,  habe die Situation zunehmend als unerträglich empfunden, sagt der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt Peter Fritzen. Er soll sich auch schon länger mit dem Gedanken getragen haben, dem Leben seines Onkels ein Ende zu setzen.

Als er an einem Sonntagnachmittag Ende November von Nachbarn darüber informiert wurde, dass der alkoholisierte Onkel mit dem Wagen im Dorf umherfahre und er sich darum kümmern möge, platzte dem Neffen offenbar endgültig der Kragen. Er brachte den 80-Jährigen zu sich nach Hause. Als der Onkel eine Außentreppe zum Wohnhaus hochstieg, soll der Neffe ihn von hinten umgerissen und den am Boden liegenden Mann dann mit mehreren Axthieben in den Hals getötet haben. Danach rief der Utscheider bei der Polizei an und meldete das Gewaltverbrechen. Er ließ sich später widerstandslos festnehmen.

Weil das Opfer nichts von dem drohenden Angriff geahnt habe, sehen die Ermittler das Mordmerkmal Heimtücke als erfüllt an. Über die Zulassung der Anklage muss nun das Trierer Landgericht entscheiden.

Auf Anfrage von volksfreund.de bestätigte der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt, dass es bei dem Angeschuldigten Hinweise auf mögliche psychische Probleme gebe. „Das muss geklärt werden“, so Peter Fritzen, ein Gutachter sei damit beauftragt worden.

Der geschiedene Frührentner ist in der Vergangenheit mehrfach wegen kleiner Delikte aufgefallen: Beleidigung, Trunkenheit im Verkehr, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. „Nichts Gravierendes“, sagt Chef-Staatsanwalt Fritzen.