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Urlaub: Mosel statt Malediven, Eifel statt Elba: Region hofft auf Touristenboom

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Da Corona Reisen in ferne Länder in diesem Sommer wohl unmöglich macht, planen viele Deutsche ihren Urlaub im eigenen Land. Schon jetzt nehmen Buchungen und Anfragen im Land deutlich zu.

Urlaub unter Palmen, neue Kulturen und Menschen kennenlernen: Das alles wird in diesem Jahr in weite Ferne rücken. Denn bis mindestens 15. Juni gilt von Seiten des Bundes eine internationale Reisewarnung. Noch gibt die Reisebranche den Sommer nicht verloren, und auch Außenwirtschaftsstaatssekretär Thomas Bareiß gibt Reisezielen wie Mallorca und den griechischen Inseln die besten Chancen, in greifbare Nähe zu rücken. Doch viele Bundesbürger sind verunsichert und haben Fakten geschaffen: Laut einer Forsa-Umfrage haben bereits 27 Prozent der Deutschen ihre gebuchte Urlaubsreise storniert oder haben vor, dies zu tun. Und nun?

Schaut man sich die Trends an, so wird der Inlandstourismus einen Boom erleben. Schon jetzt, sagt Touristik-Professor Andreas Kagermeier von der Universität Trier, würden 30 Prozent der Deutschen hierzulande Urlaub machen: „Viele Menschen warten nur darauf, eine Buchung in nahen Destinationen machen zu können“, sagt er. „In Deutschland wird es enger werden.“ Für die Region Trier, Eifel, Hunsrück und die Moselregion ist er sogar  „verhalten optimistisch“. Zwar gelten bundeslandspezifisch noch mindestens bis Pfingsten unterschiedliche Einschränkungen, aber: „Deutschland wird in diesem Sommer sehr begehrt sein“, sagt Norbert Kunz vom Deutschen Tourismusverband. Einer, der noch mehr Erholung in Wohnnähe erwartet, ist  Zukunftsforscher Horst Opaschowski: „Heimaturlaub wird das Wort des Jahres 2020“, sagt er im TV-Interview. Er rechnet für die ländlichen Regionen mit „Rekordwerten im Herbst“.

Etwas, das den heimischen Gastbetrieben und Touristikern gut täte, die ihre Hotels und Pensionen nun am Montag wieder öffnen dürfen. „Je länger internationales Reisen nicht geht, desto besser für uns“, sagt Stefan Zindler, Geschäftsführer der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH. „Schon jetzt nehmen die Buchungen im Land zu.“ Da der bisherige Verlust nicht mehr aufgeholt werden kann – die Industrie- und Handelskammer Trier schätzt allein den Verlust bei Übernachtungen im März und April auf 100 Millionen Euro –, setzen die Gastgeber auf eine Verlängerung der Saison bis in den Winter und auf Zielgruppen wie Familien und Natur-Urlauber. „Wir haben große Chancen, weil wir mit Naturerlebnis, Wanderwegen, Radtourismus und einem familiären Umfeld ein sicheres Umfeld bieten können“, sagt Sabine Winkhaus-Robert von der Mosellandtouristik. Und so freut sich etwa der Touristdienstleister Gesundland Vulkaneifel über mehrere hundert Internetanfragen täglich. „Die Telefone stehen bei uns nicht still“, sagt Klaus Schäfer von der Eifel Tourismus GmbH (ETI). „Jetzt müssen wir das in Wertschöpfung umsetzen.“ Wichtig ist dabei vor allem „Planungssicherheit“, sagt Norbert Käthler von der Trier Tourismus Marketing GmbH: „Ob Belegungsvorgaben in Hotels oder Kontaktbeschränkung für Stadtführungen: Wir müssen wissen, was wir anbieten können.“ Auch wenn die Betriebe in den Startlöchern stehen und sich auf ihre Gäste freuen, ist Vulkaneifel-Landrat Heinz-Peter Thiel als ETI-Aufsichtsratsvorsitzender auch klar: „Wir rechnen immer noch mit einem Umsatzminus von 40 Prozent.“ Man könne froh sein, wenn es jeder Betrieb bis über die Jahreswende schaffe.