Im Hunsrückhaus unterzeichneten Vertreter des Zweckverbandes und des Landes die Verträge für die Übergabe des Hauses an das Land Rheinland-Pfalz. 200 000 Euro sollen in die Gestaltung des Außenbereichs investiert werden.

Kostenpflichtiger Inhalt: Nationalpark : Den Weg in die Wildnis finden

Im Hunsrückhaus haben Vertreter des Zweckverbandes und des Landes die Verträge für die Übergabe  des Hauses an das Land Rheinland-Pfalz unterzeichnet. 200 000 Euro sollen in die Gestaltung des Außenbereichs investiert werden.

„Mit einem lachenden und einem weinenden Auge übergeben wir das Hunsrückhaus“, sagt Andreas Hackethal, stellvertretender Vorsteher des Zweckverbandes Erbeskopf und Bürgermeister der Einheitsgemeinde Morbach. Am Montag unterzeichneten Vertreter des Nationalparkamtes, von Landesforsten, dem Verein „Live Soziale Chancen“ und Kommunen mehrere Verträge, die nötig sind, um die Umweltbildungsstätte Hunsrückhaus dem Land Rheinland-Pfalz zu übergeben. Das im Jahr 2000 gebaute Hunsrückhaus gehörte bislang dem Zweckverband Erbeskopf, der auch die Wintersportanlagen am höchsten Berg des Landes betreibt. Nach der Einrichtung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald soll das Haus in Zukunft als sogenanntes Nationalparktor dienen. Das Land will daher auch notwendige und teure Sanierungsmaßnahmen finanzieren, die das Budget des ohnehin verschuldeten Zweckverbandes stark belastet hätten. Soviel zum „lachenden Auge“. Mit seinem Bistro, einer Info-Ausstellung zum Nationalpark und Schulungsräumen ist die Einrichtung in einer solchen Lage am Fuße des Erbeskopfes in Rheinland-Pfalz einmalig – was das „weinende Auge“ auch erklärt. „Unsere Mission ist in vielerlei Hinsicht erfüllt. Wie geht es jetzt weiter mit dem Haus? Übernachtungsmöglichkeiten, Gastronomie und Freizeitangebote sind die Themen, über die man nun sprechen muss und vor allem: Wie geht es mit dem Wintersport weiter?,“ sagt Hackethal.

Harald Egidi, Leiter des Nationalparkamtes, erklärt: „Wir werden das Haus in guter Tradition weiterführen und arbeiten mit Hochdruck am Nationalparkplan. Das Haus soll die Gäste über den Nationalpark informieren und Freude vermitteln. Das sind die Funktionen eines Nationalparktores.“ Die neue Dauerausstellung sei bereits Ende 2018 eröffnet worden. Sie soll dazu dienen, Interesse zu wecken und die Leute rauszulocken. Unter dem Motto. „Der Weg in die Wildnis“ soll nun der Außenbereich neu gestaltet werden. Ein Element sei dabei eine hintergrundbeleuchtete Karte, die unter anderem auf Wanderwege und Rangertouren hinweist. Hinter dem Haus soll eine Art Rundweg entstehen, der über Ruhe- und Beobachtungsbänke, eine Feuerstelle und mehrere Portale verfügt, auf denen Schautafeln zu Themenschwerpunkten angebracht sind. Die weiteren Schritte seien, so Egidi, die Innenraumgestaltung des Bistros, die Gestaltung des Eingangsbereichs, das Thema Barrierefreiheit und die energetische Sanierung. Da das Mobilfunknetz am Erbeskopf relativ schwach ist, sei inzwischen auch ein W-Lan-Hotspot für das Außengelände beantragt worden.

Außerdem sollen die Hinweisschilder neu gestaltet werden, und der Spielplatz soll näher ans Haus rücken. Der Aspekt Barrierefreiheit sei eine Herausforderung. „Da haben wir ein dickes Brett zu bohren“, sagt Egidi. Schließlich seien ein gläserner Fahrstuhl und selbstöffnende Türen in der Planung.

Allein für die Gestaltung des Außenbereichs seien für 2020 insgesamt 200 000 Euro bereitgestellt. Die energetische Sanierung des Hunsrückhauses und der barrierefreie Ausbau hingegen werden einen hohen sechsstelligen Betrag kosten. Dazu soll aber auch Fördergeld der Europäischen Union beantragt werden.
Ob man am Fuße des Erbeskopfes auch in naher Zukunft übernachten kann? Dafür könnte die ehemalige und derzeit leerstehende Waldgaststätte eine Basis sein, in den vergangenen Jahre gab es dafür auch schon erste Pläne. Das Thema sei nicht vergessen, heißt es von Seiten der Landesforsten, aber Konkretes ist noch nicht zu hören. Für Vera Höfner, Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Thalfang, ist die Vertragsunterzeichnung ein wichtiger Schritt. Höfner: „Die Ganzjahresnutzung de Erbeskopfes ist wichtig, auch um eine realistische Perspektive für ein gastronomisches Angebot zu schaffen. Ein Beherbergungsbetrieb ist ebenfalls wünschenswert.“

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