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1,2 Millionen Euro für zwei Feuerwehrfahrzeuge in der Verbandsgemeinde Thalfang

Brandschutz : Neues Domizil für zwei Feuerwehrautos

Kommunalpolitiker der Ortsgemeinde und der Verbandsgemeinde Thalfang, erwägen Bürgersaal und Feuerwehrhaus in einer Immobilie zu kombinieren und Einsparpotenziale zu nutzen.

Die Ortsgemeinde Horath beabsichtigt, ein neues Bürgerhaus zu bauen. Und die Verbandsgemeinde (VG) Thalfang benötigt in dem 430-Einwohner-Dorf neue Räume für die Feuerwehr. Da liegt der Gedanke nahe, beides in einer Immobilie zu verbinden. Planer Hans-Jürgen Stein hat die Mitglieder des Bau- und Liegenschaftsausschusses der VG in der jüngsten Sitzung des Gremiums in Thiergarten näher über eine mögliche Gemeinschaftslösung informiert. „Eine Kombination ist sinnvoll. Viele Dinge kann man zusammen nutzen, wie eine Heizung“, sagt Stein.

Anlass für den Neubau des Bürgerhauses ist eine Untersuchung, inwieweit sich eine Sanierung der derzeitigen Hochwaldhalle rentiert. Das Ergebnis: Ein Neubau sei billiger als eine Sanierung, sagt Stein. Ergo soll die Halle abgerissen und der Standort Platz bieten für ein Kombigebäude für Horather Bürger und Feuerwehr. Die Idee der Planung für ein gemeinschaftlich genutztes Gebäude auf dem Hanggrundstück sei, in der unteren Ebene die Wehr unterzubringen. In dem Bau, der in Betonbauweise ausgeführt werden soll, werde Platz benötigt für zwei Feuerwehrfahrzeuge. Hinzu kommen Sanitär- und Umkleideräume, ein Schulungsraum sowie Technik und Lager. Auf der oberen Ebene könnte das Bürgerhaus in Holzbauweise entstehen, das auf etwas kleinerer Fläche  als die jetzige Hochwaldhalle für 200 Personen Platz bietet, zuzüglich separater Sanitärräume, Küche und weiterer Nebenräume. Das Dach des versetzt angeordneten Traktes der Feuerwehr könnte von den Besuchern des Bürgerhauses als Terrasse genutzt und zudem als Fluchtweg ausgewiesen werden, sagt Stein.

Die Kosten seien in diesem frühen Planungsstadium nur schwer anzugeben. Für ein Feuerwehrhaus veranschlage man 350 Euro pro umbautem Kubikmeter Raum. Was alleine für das Feuerwehrhaus eine Bausumme von etwa 1,26 Millionen Euro ergibt, eine mögliche Teuerung, bis der Bau in wahrscheinlich zwei Jahren realisiert wird, bereits eingerechnet.

Der Förderanteil liege bei 425 000 Euro, das sind rund 34 Prozent der Bausumme. Die geschätzte Bausumme für das Bürgerhaus liegt bei 1,829 Millionen Euro, sagt Stein auf Nachfrage. Da sei die Förderung noch unklar.

„Wir sind etwas erschlagen, bei 1,26 Millionen Euro geschätzten Kosten“, sagt Winfried Welter von der CDU zur Bausumme. „Das kommt mir richtig teuer vor“, sagt er. Dabei seien die notwendigen Erdbewegungen noch nicht berücksichtigt, sagt Christian Synwoldt von Bündnis 90/Die Grünen. Er hält die grundsätzliche Idee, beide Gebäude zusammenzulegen, für wegweisend. „Es spart viel, man muss nur eine Heizung warten“, sagt er.

Wolfgang Marx (FDP) spricht von einer gelungenen Planung, „aber wie teilen wir die Baukosten auf?“ Planer Stein rät dringend dazu, dies vorher zu regeln. „Hinterher wird nur noch gestritten“, sagt er. Die Freifläche auf dem Feuerwehrdach, ist diese lediglich als Dach zu sehen oder auch als Terrasse, so dass ein Teil der Kosten dem Bürgerhaus zugeschlagen wird? Wer übernimmt die Abrisskosten für die Hochwaldhalle? „Doch unterm Strich sparen beide Parteien“, sagt Stein. Ein anderer Platz für das Feuerwehrhaus, um dabei mögliche Kosten für Erdbewegungen zu sparen, sei nicht verfügbar, sagt der geschäftsführende Horather Beigeordnete David Hartmann. „Wir haben in Horath nur Hang. Gebuddelt wird immer“, sagt er.

„Wir reden nur über Baukosten. Die Nutzungskosten gehen auch runter“, sagt Architekt Stein. Synwoldt: „Das Einsparpotenzial summiert sich über 40 Jahre erheblich.“ Einen Beschluss fasst das Gremium nicht.