100 Demonstranten vor Franklin Electric in Wittlich - Streik kann bis zu 12 Wochen dauern
Wittlich · Mehr als 100 Demonstranten blockieren seit dem heutigen Donnerstagmorgen, 16. Oktober, 6 Uhr, die Tore von Franklin Electric in Wittlich. Der Hersteller von Elektromotoren will 100 Arbeitsplätze abbauen, dagegen wehren sich die Mitarbeiter. Die Streikleitung rechnet mit einer Streikdauer von bis zu 12 Wochen.
Das Gebäude der Firma gleicht einer Festung - Zäune wurden errichtet - Security-Leute bewachen das Gelände. Währenddessen versammeln sich die bisher rund 100 Demonstranten in der Rudolf Diesel Straße vor dem Werk.
Die Industriegewerkschaft Metall hat der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich mehrere Versammlungen und Veranstaltungen gemeldet. Wie die Kreisverwaltung mitteilt, werden die Rudolf-Diesel- und die Otto-Hahn-Straße betroffen sein. Dort ist am heutigen Donnerstag, 16. Oktober, ab 5 Uhr mit Beeinträchtigungen des Berufsverkehrs zu rechnen. Von 7 bis 11 Uhr wird die Rudolf-Diesel-Straße ab dem Bungert-Kreisel bis zur Otto-Hahn-Straße gesperrt. Die Betriebe in diesem Bereich können nicht angefahren werden.
Nach der Kundgebung soll ein Autokorso bis zur Beethovenstraße führen. Anschließend ist eine Kundgebung vor dem Sitz der Agentur für Arbeit in der Friedrichstraße geplant. Danach fährt der Autorkorso über die L 141 nach Dörbach weiter, wo eine weitere Veranstaltung ist.
Am Freitag, 17. Oktober, ist der gleiche Ablauf vorgesehen. Dann geht es aber ab 11 Uhr mit Bussen zu einer Kundgebung nach Trier. Die IG Metall rechnet mit bis zu 1000 Teilnehmern und mit mindestens 100 Fahrzeugen. hpl
Vorgeschichte: Die Verhandlungen mit der Geschäftsführung sind gescheitert. Die IG Metall will mit dem Betriebsrat die Verlagerung von Produktion und damit 100 Arbeitsplätzen nach Tschechien verhindern. Zudem fordert sie den Abschluss eines Sozialtarifvertrags mit Beschäftigungs- und Standortsicherung. In der Europazentrale von Franklin Electric in Wittlich sind noch gut 50 Menschen beschäftigt. Das Unternehmen habe die Kündigungen für Mitte oder Ende 2015 bereits ausgesprochen und begonnen, einzelne Maschinen abzutransportieren.