100 oder 50 Prozent

Die Reaktivierung der Bahnstrecke von Hermeskeil bis zum Hahn wollen alle Parteien und Gruppierungen im Kreistag. Streit gab es in diesem Gremium trotzdem.

Wittlich/Hahn. (har) Dass CDU und FDP nicht mit der SPD im Bernkastel-Wittlicher Kreistag einer Meinung sind, ist an der Tagesordnung. Dass jedoch die Sozialdemokraten ganz allein mit ihrer Meinung dastehen, kommt selten vor. Dabei sind sich nicht erst seit der jüngsten Kreistagssitzung alle Kreistagsmitglieder und Landrätin Beate Läsch-Weber einig, dass die Reaktivierung der Bahnstrecke von Hermeskeil bis zum Flugplatz Hahn eine Chance für die Hunsrückregion sein kann. Für die SPD hatte Bettina Brück einerseits ein Bekenntnis zur Streckenreaktivierung abgegeben. Andererseits hatte sie auf viele Fragen hingewiesen, die bisher nicht beantwortet seien. Unter anderem liege ein entsprechendes Gutachten nicht allen Kreistagsmitgliedern vor. Ehe sich der Kreistag jedoch entscheide, müssten die Mitglieder informiert werden.

Kritik an der Landesregierung gab es nach Brücks Rede, da Verkehrsminister Hendrik Hering nur eine 50-prozentige Landesförderung zugesagt habe. "Die 85 Millionen für die Reaktivierung des Abschnitts zwischen Langenlonsheim bis zum Hahn übernimmt das Land jedoch komplett", sagte beispielsweise Gereon Haumann (CDU). Dies sei eine klare Benachteiligung des westlichen Hunsrücks und nicht hinnehmbar. Auch Sprecher von FDP, FWG, Bündnis90/Grüne und VBB sprachen sich dafür aus, die durch den anstehenden Verkauf der Strecke entstehende Chance zu nutzen. "Und wenn es mit dem Schienenverkehr nicht klappt, können wir notfalls da einen Radweg machen", sagte Christa Klaß (CDU). Landrätin Läsch-Weber kündigte zum Abschluss des Tagesordnungspunkts an, das Gutachten den Kreistagmitgliedern zugänglich zu machen.