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13 Künstler bereichern das Reiler Pfarrfest

13 Künstler bereichern das Reiler Pfarrfest

Eine jahrzehntelange Tradition hat das Pfarrfest der katholischen Kirchengemeinde Maria Heimsuchung in Reil, das stets im Juli gefeiert wird. Aus Anlass der ersten urkundlichen Erwähnung des idyllischen Moseldorfs vor 1000 Jahren bereicherten nun 13 Künstler aus der Region das Fest mit einer bemerkenswerten Ausstellung.

Reil. Der sonnige Ort im Herzen der Mittelmosel verwandelte sich für zwei Tage in eine Künstlerkolonie. Gemeinderatsmitglied Wilfried Grooten war es gelungen, die vier Mitglieder der Künstlergruppe "Bande Gillenbeuren" an die Mosel zu holen. Neun weitere Kunstschaffende aus dem Weinort und der Umgebung schlossen sich an und fanden im Pfarrhaus und seinem Gewölbekeller, dem ehemaligen Jugendheim und dem Pfarrgarten das ideale Forum für ihre Kunstwerke. Hohes Künstlerpotenzial

Chefin der "Bande", Dorothea Kirsch, und ihre "Gefolgsleute" samt "Mitläufern" präsentierten sich und ihre Werke in bester Laune. Da kam Wehmut auf, dass das satte Spektakel nur zwei Tage lang zu bewundern war. Aber Wilfried Grooten gab sich optimistisch: "Diese Ausstellung könnte eine Initialzündung gewesen sein." Es gebe durchaus den Wunsch nach einer Dauerausstellung, zumal auch Reil über ein hohes Künstlerpotenzial verfüge. "Es ist klasse, dass hier alle zusammengeführt wurden", freute sich Maria Hill aus Burg, die mit Malerei und Bildhauerarbeiten vertreten war. Peter Ketturkat aus Briedel konnte sich keinen besseren Platz für seine Madonnen, Monstranzen und Dämonen wünschen als den über 500 Jahre alten Gewölbekeller, bei dem es sich nach Angaben von Ortsbürgermeister Artur Greis um einen der ältesten Keller an der Mosel handelt. Reil war mit vier Künstlerinnen vertreten: Gudrun Bödefeld zeigte Malerei und Tonskulpturen, Goldschmiedemeisterin Katrin Walter gestaltete Schmuck aus Edelstahl und Silber sowie Malerei. Regina Melsheimer malte Aquarelle und Dagmar Kassner-Dingerdissen bezeichnete ihre fließende Malerei als "abstrakte Sommerspielerei". Fotorealistisch sind die Bilder von Regina Wiede (Wittlich) in Acryl auf Leinwand. Detlef Backhaus (Gillenbeuren) lockte mit Holzskulpturen in denPfarrgarten. Dort faszinierten auch die Objekte und Kunstmobiles von Dorothea Kirsch. "Borstig" die Exponate von Walter Mangold aus Bengel: Zahnbürsten in Menschengröße und abstrakte Werke ließen die Betrachter staunen. Christoph Anders aus Senheim hat seiner Katze Liese in gelasertem Edelmetall ein außergewöhnliches Denkmal gesetzt, und im Baum hingen die getöpferten Klanginstallationen von Ute Blindow aus Gillenbeuren. Oreste (Gillenbeuren) malt in Acryl und fragt: "wie schafft man es, ein Mensch zu werden?"Eine feine Ausstellung, die nach Fortsetzung verlangt.