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1300 Schüler kommen zum Ausbildungs-Tag an die BBS Bernkastel-Kues

Wissenswertes über die Berufswelt : 1300 Schüler kommen zum Info-Tag nach Bernkastel-Kues

Zum neunten Mal wurde der Tag der beruflichen Ausbildung im Kreis Bernkastel-Wittlich angeboten. 70 Betriebe aus der Region stellten sich vor.

Wenn sich 1300 Schüler durch die Gänge eines Schulgebäudes drängen, kann es schon mal eng werden. Aber das war für die Schüler und Aussteller in der Berufsbildenden Schule in Bernkastel-Kues kein Problem. Entspannt schauten sie sich an, welche Betriebe vor Ort waren, was sie anboten, nahmen sich Informationsmaterialien mit oder stellten Fragen zu den einzelnen Ausbildungen. Bei Innogy beispielsweise erklärte Azubi Tim Pfeiffer zwei Schülern, was sie erwarten würde, wenn sie bei der Firma anfangen würden. Eine Förderbandsteuerung war unter anderem aufgebaut, eine Wechselschaltung und ein Generator. Innogy-Vertreter Rainer Kaufmann erklärt: „Wir suchen händeringend nach Auszubildenden. Für uns ist die Veranstaltung sehr wichtig, weil hier viele Schüler sind. Wenn wir nur ein oder zwei Bewerber finden würden, wären wir schon zufrieden.“ Ein paar Räume weiter ist ein Klassenraumhotel mit Rezeption, Zimmer, Cocktailbar, Restaurant und Küche aufgebaut. Das Weinromantikhotel Richtershof aus Mülheim zeigt hier Präsenz und will das Interesse der Schüler mit Cocktails mixen, Servietten falten, Warenkunde und Probehäppchen wecken. Mitarbeiterin Andrea Meren sagt: „Wir wollen die Jugendlichen begeistern, vorleben und vormachen. Deshalb haben wir hier viel Arbeit reingesteckt. Es ist unterschiedlich, manchmal findet man bei solchen Veranstaltungen gleich zwei neue Auszubildende, manchmal gar keinen.“

Viele Betriebe waren in den Klassenräumen, vor der Schule und in der Pausenhalle vertreten: Kaufmännische, technische und gewerbliche Betriebe, pflegerische und medizinische Einrichtungen, Institutionen, Behörden, Kammern, Innungen, Verbände und die Agentur für Arbeit. Ausbildungseinrichtungen, andere Schulen und die Schulformen der Berufsbildenden Schulen in Bernkastel-Kues und Wittlich waren ebenfalls vor Ort.

Die Berufsbildenden Schulen im Kreis bieten den Tag der Ausbildung an, weil sie sich für die Fachkräfte verantwortlich fühlen. Schulleiter Willi Günther sagt: „Wir haben hier fast alle Berufe, in denen wir qualifizieren, und für unsere Schüler der Wahlschulen, beispielsweise der Berufsfachschule oder der Berufsoberschule ist das ein wichtiger Termin, um sich beruflich zu orientieren. Diese Veranstaltung wird klassenweise besucht, und die Schulen begleiten die Schüler, können sie also auf den Besuch vorbereiten und die Ergebnisse aufarbeiten.“ 13 Schulen aus dem gesamten Kreis nehmen das Angebot wahr, die Förderschulen sind vertreten, alle Realschulen plus, eine Integrierte Gesamt-
schule und ein Gymnasium. Dazu kommen die eigenen Schüler. Vertreter aus Politik, den Kammern, der Agentur für Arbeit, des Wirtschaftskreises Bernkastel-Wittlich und dem Förderverein der BBS eröffneten gemeinsam mit Staatssekretärin Daniela Schmitt den Tag. Dabei lobte Schmitt die Durchlässigkeit des schulischen und beruflichen Systems, bei dem jeder seinen persönlichen Weg finden könne. HWK-Präsident Rudi Müller mahnte „Augen auf bei der Berufswahl“, und Frank Weigelt vom Wirtschaftskreis wünscht sich: „Das zusammenfindet, was zusammengehört.“

Viele Schüler haben den Vormittag genutzt, um sich einzelne Berufe genauer anzusehen. Manuel Toppmöller will nach der Schule eine Ausbildung in einem technischen Beruf machen, das Gespräch bei Innogy hat ihm schon sehr gefallen. Jeremias Breitmann überlegt noch, ob er lieber in Richtung Mechatronik oder Erzieher gehen will oder sogar beides macht.