14 Stationen bis Rom

BERNKASTEL-KUES. (mbl) Der Bengeler Erich Schwind verfolgt ein außergewöhnliches Projekt: Er will mit vielen Weggefährten den Kreuzweg "schultern" bis nach Rom. Die 14 selbstgeschnitzten Eichenholz-Relieftafeln sollen auf einem 1400 Kilometer langen Pilgerfußweg auf dem "Cusanusweg" bis in die Heilige Stadt getragen werden (der TV berichtete). An Karfreitag 2007 wollen die Pilger in Rom ankommen.

Schwinds "Traum" nimmt konkrete Konturen an: In drei Wochen, am 10. April, ist es soweit. Vom Cusanusgeburtshaus macht sich Schwind mit einer Gruppe auf zur ersten fünftägigen Etappe seiner Rompilgerreise. Am Karfreitag wollen die Pilger die Endstation Mainz erreichen. "Diese Eröffnungsetappe sehe ich auch als Probelauf", sagt Schwind. "Auf den fünf, jeweils rund 20-Kilometer-Tageswanderungen können wir erste Erfahrungen sammeln und auf diesen aufbauen". Denn die Rompilger wollen mit dem Tragen der Eichenholz-Relieftafeln ein Mammut-Fußmarsch-Projekt schultern - im wahrsten Sinne des Wortes. Im Mai starten die Pilger dann zu ihrer nächten längeren Etappe bis nach Aschaffenburg. Die Strecke von der Mosel über die Alpen nach Rom soll bis Ostern 2007 auf den Spuren von Nikolaus-von-Kues 14 markante "Cusanus"-Stationen passieren. In Anlehnung an den Jakobsweg gibt Schwind seiner Pilgerstrecke den Namen Cusanusweg. Denn die gesamte Strecke, die von Willi Waxweiler und Franz-Josef Mertes akribisch ausgearbeitet wurde, ist so ausgesucht, dass die Pilgergruppe wichtige Wirkungsstätten des großen Moselaners Nikolaus von Kues passiert. "Dabei soll ein wichtiger Aspekt der Pilgerweges ganz im Geist des Cusanus gefördert werden - die Ökumene", hebt Schwind hervor und zeigt auf der Landkarte den rotmarkierten "Cusanus-Weg" von Kues bis Rom. Ein von Papst Benedikt im November 2005 in Rom gesegnetes Kreuz führt den Pilgerzug an. Mit der Pilgergruppe ist der Name des Cusanus und seiner Geburtsstadt unterwegs überall präsent, sagt Initiator Schwind. So steige auch in der Bevölkerung die Populärität dieses bedeutenden Theologen und Wisenschaftlers aus Kues. Nahzeu 30 Mitstreiter haben ihre Teilnahme schon zugesagt, die den Weg ganz oder teilweise mitmarschieren. Dazu gehören Jakob und Elisabeth Jung aus Kues: "Wir sind passionierte Wanderer, und wir freuen uns darauf, in Gesellschaft mit anderen den Cusanus-Weg zu gehen". Auch Schwinds Nachbarn, Herrmann und Berta Sausen, wollen sich der Herausforderung per pedes stellen. "Auf der MainzEtappe sehen wir, wie gut es läuft", sagt der 68-Jährige.Schwind sucht Sponsoren und Spender

Schwind ist voller Tatendrang, aber er weiß auch, was auf die Pilgergruppe zukommt. Aber wenn logistisch alles gut vorbereitet ist und der "Probelauf" nach Mainz ohne Probleme ablaufe, dann könne die Sache zum Selbstläufer werden. Neben weiteren Wegbegleitern sucht Schwind Sponsoren und Spender. "Vielleicht unterstützt uns auch jemand aus der Autobranche mit einem geländegängigen Fahrzeug, das unsere Gruppe begleitet und Gepäck aufnimmt", hofft Schwind auf diese große Hilfe. Informationen zum Projekt gibt Erich Schwind am Dienstag, 21. März in der Pfarrkirche St. Markus in Wittlich. Nach dem Kreuzweg-Beten der Frauengemeinschaft um 18.30 Uhr erläutert er die Pilgeretappen und zeigt den Film "Ein Kreuz findet seinen Weg". Wer das Projekt "Kreuzweg 2006" unterstützen will, melde sich bei Erich Schwind, Moselstraße 54, 54538 Bengel, Telefon/Fax 06532-933735/933734, bei der Cusanus-Gesellschaft unter E-Mail cusanus@bernkastel-kues.de oder www.cusanus.org.de sowie bei der Touristinformation in 54470 Bernkastel-Kues, Telefon 06531/4023 oder E-Mail info@bernkastel.de.