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150 Gäste haben an der Eröffnung der neuen Munzlinger-Schau in Wittlich teilgenommen.

Kultur : Eine Ausstellung, drei Premieren

150 Gäste haben an der Eröffnung der neuen Munzlinger-Schau teilgenommen.

Groß war das Interesse an der vierten Wechselausstellung mit dem sommerlichen Titel „Segel. Wind. Wellen“  in der Casa Tony M. – Museum Tony Munzlinger in Wittlich. Bürgermeister Joachim Rodenkirch begrüßte als Vorstandsvorsitzender der Stiftung Stadt Wittlich nach einer stimmungsvollen Einspielung des Trailers der Trick- und Realfilm-Serie „Unterwegs mit Odysseus“ die rund 150 Gäste zur Vernissage in der Kultur- und Tagungsstätte Synagoge.

Nach einer Darbietung von Christoph Adams am Schifferklavier führte die Kunsthistorikerin Diana Lamprecht M.A. als Munzlinger-Expertin in die Ausstellung ein. Sie dankte dem Maler, Grafiker und Filmemacher für seine Kunst und betonte, dass die neue Schau in der Casa Tony M. vom Künstler höchstpersönlich konzipiert wurde:

Munzlinger hatte die Exponate ausgewählt, gerahmt und die Hängung festgelegt. Lamprecht erläuterte, dass „Segel. Wind. Wellen“ in vielerlei Hinsicht eine Premiere sei: Zum einen zeige die Ausstellung erstmals Auszüge aus den Tagebüchern Tony Munzlingers, zum anderen werden Fotografien seines Enkels Lorenzo Munzlinger zum ersten Mal in Deutschland präsentiert. Außerdem sind echte Segel nach dem Design seines Sohnes Peter vorzufinden. Gezeigt werden somit drei Generationen Munzlinger, die einerseits durch ihre Leidenschaft für Segel, Wind und Wellen, aber andererseits auch durch ihre Kreativität, ihre künstlerische Schaffenskraft miteinander verbunden sind.

Die „Segel“ stehen für Tony Munzlinger, dessen große Leidenschaft, gleich nach der Kunst, schon seit vielen Jahrzehnten das Segeln ist. Bei dem Großprojekt „Unterwegs mit Odysseus“ konnte Munzlinger seine Leidenschaften zusammenbringen. In seinen Tagebüchern hielt er fest, was er auf den Spuren des antiken Helden Odysseus auf dem Mittelmeer erlebte. Ab 1976 fanden die Unternehmungen statt, ab Januar 1979 wurden die Folgen „Unterwegs mit Odysseus“ gesendet. Fast zwei Jahre dauerte das Schneiden, Montieren und Vertonen.

Das Stichwort „Wind“ bezieht sich auf seinen Sohn Peter Munzlinger, der ein international renommierter Segelmacher und -designer ist. Bereits als 15-Jähriger fing er mit dem Surfen an.

Und schnell ging er dazu über, sein Sportgerät selbst zu reparieren und zu modifizieren. Auf Sardinien hatte er zunächst einen eigenen Segelmacherbetrieb, bevor er vor einigen Jahren Chefdesigner bei einer Bekleidungs- und Segelgeräte-Firma wurde. Dieses Unternehmen  hat die Fotografien der Surfer, die Abbildungen der Designzeichnungen und sogar Segel zur Verfügung gestellt. Seine Segel fügen sich als eigenständige Kunst-Objekte in die Ausstellung ein.

Die Kategorie „Wellen“ steht für die Fotografien von Lorenzo Munzlinger (Jahrgang 1991). Er lebt ebenfalls an der Westküste Sardiniens, wo der Wellengang gute Bedingungen zum Surfen und Segeln bietet. Lorenzo Munzlinger arbeitet als freier Fotograf.

Sein Schwerpunkt liegt auf den Themen Musik und Natur, aber auch die Porträtfotografie gehört zu seinem Portfolio. Er möchte mit seiner Kamera Geschichten einfangen. In dieser Ausstellung spielen diese Geschichten in der Natur. Sie setzen das Surfen vor atemberaubenden Kulissen in Sardinien und auf Hawaii in Szene. Darüber hinaus werden in der Ausstellung zahlreiche Gemälde und Collagen gezeigt, die sich mit der Historie, Technik, Schwierigkeiten und vermeintlicher Idylle des Segelns auseinandersetzen. Ausgestellt sind neben drei Bildern aus dem Bestand der Stiftung Stadt Wittlich auch vier Leihgaben sowie ebenfalls einige Reproduktionen, da die Originalarbeiten wohl mittlerweile über halb Europa verteilt sind.

(red)