1607 Mal hat's gekracht

WITTLICH. Die Straße, ein gefährliches Pflaster: 1607 Mal hat es auf den Straßen im Wittlicher Land 2006 gekracht. Damit verbucht die Polizei Wittlich in ihrer Verkehrs-Bilanz 45 Unfälle mehr als im Vorjahr (fast drei Prozent). Im Gegensatz dazu gingen die Unfallzahlen landesweit im Schnitt um 1,4 Prozent zurück.

Bei den meisten Unfällen im Zuständigkeitsgebiet der Polizei Wittlich - das sind neben der Stadt Wittlich die Verbandsgemeinden Wittlich-Land, Manderscheid und Kröv-Bausendorf (bis auf die Moselorte) - blieb es 2006 glücklicherweise bei Blechschäden. Von den insgesamt 1607 Verkehrsunfällen wurden bei 233 Menschen schwer oder leicht verletzt. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein erfreulicher Rückgang von fast 20 Prozent. Ihr Leben verloren bei Verkehrsunfällen im Wittlicher Land sieben Menschen, davon zwei Motorradfahrer (2005: acht Verkehrstote; davon vier Motorradfaher). Die Unfälle mit schweren Sachschäden stiegen um 22 Prozent auf 83. VORSICHT PARKPLATZ: Häufigste Unfallursache sind Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren. Dadurch haben sich 391 Unfälle ereignet. "Das ist durch die hohe Zahl von Verkehrsunfällen auf Parkplätzen zu erklären", sagt Jürgen Riemann, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizei Wittlich. Es lohnt sich, Anzeige zu erstatten, wenn das Auto geschrammt wurde. Denn die Aufklärungsquote liegt bei den Parkplatzunfällen mit 40 Prozent relativ hoch. Kontakt mit der Polizei lohnt sich aber auch für den Unfallfahrer selbst: "Wenn Unfallflüchtige, die Sachschäden verursacht haben, sich innerhalb von 24 Stunden melden, kann das Gericht die Strafe erlassen oder mildern", erklärt Riemann. VORSICHT WILDWECHSEL: Wildunfälle (2006: 386) sind zwar im Vergleich zum Vorjahr (2005: 406) leicht rückläufig, aber machen damit immer noch ein Viertel aller Unfälle aus. Hier hilft nur: Wildwechsel-Warnschilder beachten, runter vom Gas, Augen auf und gefährliche Ausweichmanöver vermeiden.VORSICHT BEI ABSTAND UND TEMPO: Ein weiteres Viertel aller Unfälle verschulden Autofahrer, weil sie entweder nicht genug Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug halten (223 Mal Unfallursache) oder aber mit nicht angepasster Geschwindigkeit unterwegs sind (Unfallursache in 168 Fällen). Da es so auch häufiger zu Unfällen mit schweren Blechschäden oder gar Verletzten kommt, will die Polizei verstärkt Radar- und Laserkontrollen einsetzen, um Tempo- und Abstand-Sündern auf die Schliche zu kommen.VORSICHT ALKOHOL: Die Zahl der Unfälle, bei denen Alkohol oder Drogen im Spiel waren, sank um fast zehn Prozent: Bei 36 Unfällen war der Fahrer alkoholisiert, drei Unfallfahrer standen unter Drogen. Der eigens wegen dieser Unfallursache eingerichtete Drogen-Kontroll-Trupp der Polizei Wittlich hat 98 Fahrer mit Drogen am Steuer erwischt. 154 Fahrer erhielten eine Strafanzeige wegen Alkohol am Steuer (ohne, dass sie einen Unfall verursacht haben), weitere 80 Fahrer mussten sich wegen Nötigung im Straßenverkehr oder Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer verantworten. VORSICHT RISIKOGRUPPE: Junge Fahrer (15 bis 24 Jahre), die an fast 500 Unfällen beteiligt waren (2005: 477), sind die größte Risikogruppe. Aus mangelnder Fahrpraxis und jugendlichem Leichtsinn verursachen sie Unfälle, weil sie zu schnell und mit zu wenig Sicherheitsabstand unterwegs sind. Auch die Unfälle, an denen die Risikogruppe Senioren (älter als 65 Jahre) beteiligt ist, steigt kontinuierlich: Waren es 2002 erst 119 Unfälle mit über 65-Jährigen, sind es 2006 schon 206. Dagegen sind Motorradfahrer mit 37 Unfallbeteiligungen (2005: 55) die Risikogruppe mit den wenigsten Verkehrsunfällen.