1700 Menschen haben beim Pferdefest nahe Piesport ausgelassen gefeiert.

Großveranstaltung : 1700 Menschen haben beim Pferdefest nahe Piesport ausgelassen gefeiert.

Erstmals hat der Verein für Kunst, Kultur und Inklusion das Pferdefest in einem Waldstück oberhalb von Piesport ausgerichtet. Bis zu 1700 Menschen haben ausgelassen gefeiert.

Ein neuer Ort und der gleiche Spaß wie in den Vorjahren: Das Pferdefestival hat auf der Höhe bei Piesport in diesem Jahr bis zu 1700 Gäste angelockt. Waren Bühne, Zirkuszelt und Event-Stände im Vorjahr noch auf einer großen Wiese am Kueser Ufergelände aufgebaut, so hat sich das Festivalgelände in diesem Jahr über drei Waldlichtungen verteilt. Zuerst betritt der Besucher eine Freifläche mit dem obligatorischen Zirkuszelt und zahlreichen Essensständen, bevor es dann über einen breiten Waldweg zur Musikbühne und von dort aus durch kleine Durchgänge zwischen den Bäumen zum Gelände mit den Spielgeräten wie Dosenwerfen geht. Dort legen viele der vorwiegend jungen  Festivalbesucher eine Partypause ein – zu schön ist die Aussicht auf die Mosel zwischen Piesport und Neumagen-Dhron. Damit hat sich der notwendige Wechsel vom Kueser Ufergelände, wo es im Vorjahr wegen der Lautstärke der Musik Beschwerden von Anwohnern gegeben hatte, offensichtlich als Glücksfall und Chance erwiesen. „Durch die Lage fernab jeden Ortes haben wir keine Auflagen für einen Schluss des Festivals bekommen. Das ist ein großer Vorteil“, sagt Michael Bastgen vom ausrichtenden Verein für Kunst, Kultur und Inklusion. Das Gelände mit seiner Aufteilung sei ideal. „Wir würden mit dem Pferdefest gerne hier bleiben“, sagt er.

 Das Angebot der 29 Musikgruppen und Künstler auf der großen Bühne und im Zirkuszelt reicht von Punkrock der Band Alarmsignal bis hin zum Schlagersänger Roy Silberschweif und von der Hip-Hop-Gruppe  Funky Fizzle bis zur Akrobatikgruppe The Funky Monkeys. Besonders viel Beifall der Besucher erhalten Meine Rock Kwien Rica, eine inklusive Band aus Wittlich, und ihr Tanzableger Rico and his dancing Girls, die beide mit viel Applaus bedacht werden – gelebte Inklusion bei Künstlern und Zuschauern.

Meine Rock Kwien Rica, eine inklusive Musikgruppe aus Wittlich, bei ihrem Auftritt beim Pferdefest. Foto: Christoph Strouvelle

Mittendrin unter den oft verrückt gekleideten Besuchern ist Josh aus Klüsserath, der im Brautkleid zwischen mit seinen Freunden seinen Junggesellenabschied feiert. „Heimatnah mit meinen besten Freunden feiern – mehr will ich gar nicht“, sagt er. Paul aus Monzelfeld erinnert die Aussicht auf das Moselpanorama an die Zeiten, als das Pferdefestival noch an der Jugendherberge in Bernkastel-Kues stattgefunden hatte. „Die Pferde genießen die schöne Aussicht aus der großen Höhe“, sagt Philipp aus Morbach. Das Pferdefest sei super friedlich und ein Festival der Liebe. So hat er hier einen Wall of Love statt der auf Heavy-Metal-Festivals üblichen Wall of Death erlebt, bei dem Menschengruppen aufeinandezurennen, was beim Aufprall häufig mit blauen Flecken endet. „Beim Wall of Love sind alle aufeinanderzugerannt und haben sich umarmt“, beschreibt er das Geschehen. Das Pferdefest hat offensichtlich nicht mehr nur an der Mosel einen Namen, sondern sogar in der Bundeshauptstadt. So sind die Berlinerin Maren und Nina aus Jena nach Piesport gekommen, weil sie auf einer Party in Berlin von dem Event gehört hatten. „Sehr positiv“, lautet ihr Fazit zu dem „bunten Fest mit einem freundlichen Miteinander“. Maren und Nina: „Es ist sehr cool, dass man hier so sein kann wie man ist.“

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