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2,4 Millionen Euro für die Burg Landshut

2,4 Millionen Euro für die Burg Landshut

Damit noch mehr Menschen auf den Geschmack kommen und die Burg Landshut besuchen, soll das dortige Café-Restaurant umgebaut und saniert werden. Zu den Planungen gehören ein Hochzeitszimmer, ein Anbau mit Glasfassade, ein besserer Zugang zum Turm, ein neuer Aufzug und eine Zufahrt per Rampe.

Bernkastel-Kues. Das Wahrzeichen der Stadt Bernkastel-Kues hat in den vergangenen Monaten vor allem dank spektakulärer Funde aus der Römerzeit von sich reden gemacht (der TV berichtete). Aber wie lässt sich die Burg Landshut in die Zukunft führen? Eine der Antworten der Stadt lautet: zum Beispiel mit dem Umbau des Bereichs, wo die Gäste mit einem Schnitzel ihren Hunger und mit einem Wein ihren Durst stillen. Seit Monaten diskutiert der Stadtrat über das richtige Konzept für die Gastronomie. Schließlich steht ein Pächterwechsel an, und der macht Investitionen notwendig.
Frei zugänglicher Turm


Nach dem neuen Stand der Planung des Büros Peter Berdi, die Sabine Basten jetzt vorgestellt hat, soll eine neue, außen liegende Treppenkonstuktion vom Innenhof aus zum Turm führen, so dass dieser auch jenseits der Öffnungszeiten der Gaststätte zugänglich ist. Auch gehbehinderten Menschen sowie Familien mit Kinderwagen soll der Zugang zur Burg ermöglicht werden. Geplant ist daher ein neuer Aufzug: an der rückwärts-, also der Jugendherberge zugewandten Seite der Burg. Bislang gibt es nur einen veralteten Lastenaufzug.
Nach dem aktuellen Stand der Planung wird der Innenhof angehoben, damit der Zugang in den Gastraum und Innenhof barrierefrei ist. Auch barrierefreie Toiletten sind geplant.
Der vordere, angebaute Teil des Restaurants wird zumindest zum Teil abgerissen und von einem Gastraum mit raumhoher Ganzglasfassade ersetzt. 65 Menschen finden darin Platz; der Raum wird höher und tiefer als der jetzige. Die Terrasse hat weitere 40 Sitzplätze. Das Ambiente werde also moderner und gehobener, erklärt Basten. Versüßt wird es vom tollen Ausblick.
Zudem entsteht eine Terrasse über dem Gastraum - direkt neben dem Hochzeitszimmer, wo sich künftig Paare ritterlich das Ja-Wort geben können. Insgesamt soll es künftig mehr Veranstaltungen auf der Burg geben, so die Grundidee. Im Außenbereich führen künftig Stege und Treppen zu den römischen Funden an der Burg.
Im zweiten Bauabschnitt soll zur Moselseite hin eine Rampe gebaut werden, damit die Burg besser mit Waren beliefert werden kann. Dafür wäre eine Stützmauer notwendig. Kosten: 363 400 Euro. Zusammen mit den 653 400 Euro für den ersten Bauabschnitt - die Arbeiten im Außenbereich - und den 1,373 Millionen Euro für die Sanierung der Gastronomie ergibt sich eine Summe von knapp 2,4 Millionen Euro.
Ruine soll Ruine bleiben


Für die Stadt wäre das Vorhaben ein Leuchtturmprojekt. Nach Auskunft von Stadtbürgermeister Wolfgang Port ist dort "in den letzten 40, 50 Jahren nichts investiert worden". Klar ist aber auch: "2,4 Millionen Euro aus dem Stadtsäckel zu bezahlen, das ist eine Nummer zu groß für uns." Deshalb will der Stadtrat das Vorhaben erst beschließen, wenn klar ist, ob sie in das Förderprogramm Historische Stadtbereiche aufgenommen wurde. Damit fördert das Land Bauvorhaben, um insbesondere historische Stadtkerne mit denkmalgeschützter Bausubstanz zu erhalten. Sprich: Erst Anfang 2013 steht das Thema wieder auf der Agenda. Dann wäre zudem zu klären, ob die Denkmalschutzbehörde zu dem Vorhaben ihr Okay gibt und wie viel moderne Architektur sie bei der Planung erlaubt. Denn Ruine soll aus ihrer Sicht Ruine bleiben.