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200 Aktive simulieren mit Großübung in Salmtal

Übung : Wenn ein Altenheim evakuiert werden muss

200 Aktive verschiedener Rettungsorganisationen haben in Salmtal bei einer Großübung mitgewirkt.

Ein Bombenfund und eine damit verbundene Evakuierung eines Altenheims mit gleichzeitigem Ausbruch eines Feuers sind bei Feuerwehren und Rettungsdiensten ein seltener Einsatz. Doch damit das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Rettungskräften und den Behörden auch bei solchen Großereignissen funktioniert, hat die Feuerwehr Salmtal genau dieses Szenario bei einer Übung durchgespielt.

18 der 90 Bewohner des Seniorenheims Zur Buche haben sich bereit erklärt, bei der Übung mitzuwirken und sind von den Mitarbeitern des Roten Kreuzes und des Malteser Hilfsdienstes teilweise liegend in die Mensa der Integrierten Gesamtschule gefahren worden. Dort sind sie bis zur mutmaßlichen Bombenentschärfung betreut und versorgt worden. Die benachbarte Rettungswache dient als Einsatzzentrale, in der mehrere Feuerwehrleute das gesamte Szenario überwachen.

Beim angenommenen Brand retten die Aktiven 15 mit roter Farbe geschminkte Mitarbeiter der Einrichtung, während ihre Kameraden das Feuer bekämpfen, erläutert Ludwig Schottler, stellvertretender Wehrführer der Salmtaler Wehr. Man wolle für den Ernstfall gewappnet sein, begründet er die Großübung. „Es sind viele nicht mobile Personen, die in einem solchen Fall gerettet werden müssen“, erklärt Schottler die größte Herausforderung an die rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehren aus Salmtal und mehreren Nachbargemeinden sowie den Rettungsdiensten und des Ordnungsamts.

Ein zweites Problem ist die Lage des Seniorenheims in einer engen Wohnstraße, in der die Rettungskräfte nur wenig Platz für ihre Fahrzeuge und die erforderlichen Aktionen haben.

Acht Wochen haben die Wehrleute gemeinsam mit der Leiterin der Einrichtung, Elke Schneider, die Übung vorbereitet. Dazu gehört auch, alle Beteiligten auf die Übung einzustimmen. „Die Bewohner sind alle aufgeregt, sie haben sich darauf gefreut“, sagt Schneider. Bei kleinen Übungen sei man im Oktober 2018 auf die Idee zu dieser Großübung gekommen. „Wir Wehrleute müssen uns in kürzester Zeit in dem Gebäude zurechtfinden“, sagt Schottler. Bei der Vorbereitung der Übung haben die Wehrleute erfahren, dass das Seniorenzentrum mit Evakuierungsmatratzen ausgerüstet ist. Mit Hilfe dieser mit Griffen und Gurten versehenen Matratzen kann eine einzelne Person eine andere retten, bei Bedarf auch über eine Treppe. Schottler: „Wir wussten bisher nicht, dass es solche Matratzen gibt.“