200 Besucher wollen neue Schule kennenlernen

200 Besucher wollen neue Schule kennenlernen

Die Realschule plus nimmt zum neuen Schuljahr ihren Betrieb auf. Künftige Fünftklässler und ihre Eltern waren zu einem Infoabend eingeladen. Fast 200 Eltern und Schüler nutzten das Angebot. Verschiedene Projekte gaben Einblick in die Schularbeit.

Bernkastel-Kues. (mbl) Sehr erfreut über das überwältigende Interesse von Eltern und Viertklässlern waren Renate Kirchen und Bruno Niederprüm, die Schulleiter der Hauptschule und der Freiherr-vom-Stein-Realschule. Ab dem neuen Schuljahr verschmelzen die Schulen zur "Realschule plus" (der TV berichtete mehrfach). Fast 200 Eltern und Schüler nutzten die Gelegenheit zu Information, Kennenlernen und Beratungsgesprächen. Realschüler aus der Paten-AG und Zehntklässler der Hauptschule nahmen die Viertklässler mit auf einen abwechslungsreichen Rundgang durch unterschiedliche Projekte. Die Mitmach-Angebote gaben den künftigen Fünftklässlern einen interessanten Einblick in die vielfältige Schularbeit. "Wir würden uns freuen, wenn viele nach der Veranstaltung sagen: Das ist genau die richtige Schule für mein Kind", betonten die Schulleiter.

Schulreform sorgt für Verunsicherung



Doch bei vielen Eltern ist die Verunsicherung groß, sie sehen dem Start der Realschule plus mit gemischten Gefühlen entgegen. Die Meinungen über die Schulreform reichten von "Superchance" bis zur Ablehnung. Die Vorstellung der Realschule plus habe sich in der Theorie ja gut angehört, doch ob die Umsetzung auch in der Praxis erfolgreich verlaufe und die Rahmenbedingungen stimmen, werde sich erst zeigen. "Pluspunkte sind die Klassengrößen von maximal 25 Schülern und die gemeinsame Orientierungsphase von drei Jahren", versichern die Familien Marmann und Geib. In einer gemeinsamen Schule unter einem Namen gebe es auch keine "Klassenunterschiede" mehr, nennen sie einen weiteren positiven Aspekt. "Diese neue Schulform hätte schon viel früher umgesetzt werden können, denn schon in den 80er Jahren gab es gemeinsame Projekte", ergänzt Martin Bohn aus Andel. Auch Petra und Rudolf Eberhard aus Monzelfeld sehen diesem "Abenteuer" positiv entgegen. Die Schulreform biete Chancengleichheit für alle. Andere jedoch befürworten das bisherige Schulsystem. Als zu unausgegoren, ohne Erfahrungswerte und mit größer werdendem Druck auf die Leistungsschwächeren bezeichnen Eltern, die nicht genannt werden wollen, die "von der Politik aufgedrückte, ohne die Menschen im Ort gemachte Schulreform".

Hauptschule bietet Förderung der Schwachen



Dem pflichtet auch Kevin Böhm bei. Der Achtklässler verteidigt die Hauptschule als einen Lernort, an dem leistungsschwache Schüler intensiv gefördert würden. In einem künftigen "Mammutbetrieb" fehle den Lehrern für eine individuelle Betreuung einfach die Zeit, ist er sich ganz sicher.

Die kommenden Fünftklässler Eva, Florian, Hannah und Tamara sind dagegen schon gespannt auf ihre neue Schule. Hintergrund In Bernkastel-Kues bilden Realschule (derzeit 412 Schüler) und Hauptschule (380 Schüler) ab August eine Einheit, die Realschule plus. Eine Besonderheit ist hier die gemeinsame Orientierungsphase von drei Jahren (integrative Form). Danach entscheiden sich die Schüler für den berufsbezogenen Bildungsgang oder den Sekundarabschluss. Der Unterricht ist möglich in einer Regelklasse oder der Ganztagsform. Am 18.Juni sind die künftigen Fünftklässler zu einem Schnuppernachmittag eingeladen.

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