200 kranke Bäume werden gefällt
Manderscheid · Auf dem Gelände der Manderscheider Eifelklinik werden ab heute fast alle vorhandenen Eschen gefällt. Die rund 200 Bäume sind so krank, dass sie für die Nutzer des Klinikparks zur Gefahr werden können. Die Arbeiten dauern voraussichtlich sechs Wochen.
Manderscheid. Auf dem Gelände der Manderscheider Eifelklinik kommt es ab heute zu größeren Fällarbeiten. Zur Erhaltung der Verkehrssicherheit auf dem Gelände der Manderscheider Eifelklinik müssen rund 200 Eschen gefällt werden.
Bei einer Überprüfung wurde festgestellt, dass sich das Eschentriebsterben (siehe Extra) auf dem Gelände der Klinik massiv in den Bäumen ausgebreitet hat. Von diesem Befall sind nach Mitteilung der Klinik rund 90 Prozent aller Eschen im Park befallen. Die Arbeiten sind, wenn das Wetter mitspielt, auf sechs Wochen terminiert: "Drei Wochen sind für die Holzfällarbeiten vorgesehen, eine Woche für die Abfuhr des Holzes, eine Woche lang sollen die Reste zu Hackschnitzeln verarbeitet werden und jeweils eine Woche sind für Aufräumarbeiten und die Aufforstung vorgesehen", teilte Kliniksprecherin Sigrun Neumann mit. Die Kosten des Gesamtprojekts werden auf 10 000 Euro beziffert.
Die Bäume sind wegen des Eschentriebsterbens ein Sicherheitsrisiko für Wege und offene Flächen, die von den Klinik-Patienten und -Mitarbeitern genutzt werden.
Die von der Klinik in Auftrag gegebenen Untersuchung hat ergeben, dass sich trockene Kronenteile an beziehungsweise über den Wegen befinden, teilweise sind bereits komplette Kronen abgestorben. Darüber hinaus werden die Bäume durch den Pilz so geschwächt, dass sich Folgeschädlinge außergewöhnlich schnell ausbreiten können.
Löcher im Forstbereich
Für die betroffenen Eschen gibt es keine Möglichkeit der Regeneration, der Befall führt zwangsläufig zum Absterben, weshalb es keine Alternativen zur Fällung gibt. Die Eschen stehen überwiegend gruppenweise, so dass punktuell Löcher im Forstbereich entstehen können. Wo diese nicht durch Naturverjüngung ausgefüllt werden können, ist laut Klinik vorgesehen, sie mit standortheimischen Baumarten nachzupflanzen.
Die Klinik beabsichtigt, ökologische Aufwertungen vorzunehmen, zum Beispiel durch das Anlegen Unterschlupfmöglichkeiten für Igel.Extra
Das Eschentriebsterben ist in Bayern erstmals im Herbst 2008 wahrgenommen worden. Förster und Waldbesitzer meldeten vereinzelt abgestorbene Triebe und Kronenteile vor allem an jungen, aber ebenso an älteren Eschen. Inzwischen kommt das Eschentriebsterben fast in ganz Europa vor. Im Frühjahr 2010 wurde ein Pilz, das Falsche Weiße Stengelbecherchen (Hymenoscyphus pseudoalbidus), als Verursacher identifiziert. Es bildet im Sommer auf den am Boden liegenden vorjährigen Blattspindeln unscheinbare Fruchtkörper aus. Diese bilden Sporen, die mit dem Wind weitergetragen werden und die Blätter infizieren. Der Pilz wächst ausgehend von den Blättern in das unverholzte Mark von Zweigen und Trieben. Wenn das Mark erfolgreich besiedelt wurde, wächst der Pilz in die bereits verholzten Bereiche weiter. red/will