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2021 sollen sich Windräder in Gielert drehen

Neue Anlagen geplant : 2021 sollen sich Windräder in Gielert drehen

Das Unternehmen Abowind will zwei weitere Anlagen in der Verbandsgemeinde Thalfang errichten. Von den Einnahmen profitiert die Ortsgemeinde.

In der Verbandsgemeinde Thalfang startet die Wiesbadener Firma Abowind in Kürze voraussichtlich mit dem Bau zweier weiterer Windräder. Dabei handelt es sich um zwei Anlagen mit 149 Meter Nabenhöhe und jeweils viereinhalb Megawatt Leistung, sagt Alexander Koffka vom Projektierer Abowind. Voraussichtlich 2021 werden die beiden Windräder Strom ins Netz einspeisen.

Die immissionsrechtliche Genehmigung habe die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich erteilt, sagt Koffka. Jetzt könne man sich an der Ausschreibung der Bundesnetzagentur beteiligen. Denn anders als früher hat nicht jedes Windrad automatisch einen gesetzlichen Anspruch auf Förderung. „Man will, dass deutschlandweit jedes Jahr für 4000 Megawatt Leistung Windräder errichtet werden“, sagt Koffka. Würden mehr Anlagen geplant, erhielten die günstigsten Anbieter den Zuschlag. Trotzdem ist Koffka optimistisch, dass Abowind das Rennen macht. Denn derzeit würden wenige Windräder errichtet. Insofern gebe es auch nur wenige Bewerber. „Wir gehen davon aus, dass wir den Zuschlag bekommen“, sagt er.

Dann soll mit den vorbereitenden Arbeiten an der Infrastruktur wie dem Wegebau noch in diesem Jahr begonnen werden. 2021 startet der Bau der Turbinen, so dass mit der Inbetriebnahme der beiden Anlagen im vierten Quartal 2021 zu rechnen ist. Dann hat Abowind insgesamt 33 Anlagen in der Verbandsgemeinde Thalfang errichtet.

Weitere Neubauprojekte in der VG Thalfang seien derzeit nicht in Planung, sagt Koffka. Allerdings näherten sich einige Anlagen wie in Berglicht, die 2002 errichtet worden sind, der 20-Jahres-Grenze. Damit endet die Vergütung nach dem EEG-Gesetz. Zudem nähmen die Kosten für Wartung und Instandhaltung für die älteren Anlagen zu, sagt er. Es sei daher nicht auszuschließen, dass man sich mit dem Thema Repowering beschäftige. Repowering ist der Ersatz von bestehenden Anlagen durch neue und leistungsstärkere Windräder.

Auf dem Gebiet der Ortsgemeinde Gielert sind es die ersten Anlagen dieser Art. Wieviel Geld die Gemeinde durch die Verpachtung der Flächen erhält, will Ortsbürgermeister Dieter Räsch wegen Vertraulichkeit der Verträge nicht sagen. Die Einnahmen seien für die mit rund 300 000 Euro verschuldete Ortsgemeinde jedoch eine wichtige Einnahmequelle. „Es ist wirtschaftlich das Beste, was uns passieren kann“, sagt Ortsbürgermeister Dieter Räsch. Mit Einnahmen aus der Windkraft könne man allerdings frühestens 2022 rechnen. Derzeit sei man gezwungen, wegen der Verschuldung der Ortsgemeinde den Weisungen der übergeordneten Behörden nachzukommen und beispielsweise die Grundsteuer B zu erhöhen, um zusätzliche Einnahmen zu generieren.